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Real-Markt schließt, und nun?

Anja Hachmann wird demnächst in der Filiale an der Klaus-Herrmann-Straße frisieren.
Anja Hachmann wird demnächst in der Filiale an der Klaus-Herrmann-Straße frisieren. FOTO: FOTO-Werner
Ende des Monats schließt der Real-Markt an der Karl-Marx-Straße seine Pforten. Dann gehen auch in den meisten Ladengeschäften im Eingangsbereich die Lichter aus. Seit einigen Wochen haben die Inhaber der Mietobjekte die Kündigung in der Tasche. Vom Friseursalon bis zum Blumengeschäft, alle müssen sich neu orientieren. Wie Inhaber beziehungsweise Angestellte, die dieser Tage noch ihren Job verrichten, reagieren und die Zukunft sehen, das fragte die RUNDSCHAU nach. Von Bernd völzke

Im Friseursalon, den es seit 15 Jahren unter dem Dach des Supermarktes an der Karl-Marx-Straße gibt und der zur Gubener Haar- und Hautdesign GmbH gehört, arbeiten derzeit noch sieben Fachkräfte. Für sie sei klar, dass sie ihren Job nach der Schließung voraussichtlich Ende August in der Filiale an der Klaus-Herrmann-Straße fortsetzen werden. Jenny Lax ist traurig, weil sie davon ausgeht, „dass die bisherige Stammkundschaft, die dem Geschäft die Treue hielt, sicher nicht in die Klaus-Herrmann-Straße mitkommt. Ob die Auftragslage dann für die sieben Friseusen ausreicht, werde sich zeigen.“

Meldung auf dem Arbeitsamt
Dang Hong Thai ist Angestellter im Textil-Shop gleich nebenan. Er sagt: „Dass der Markt schließt, ist traurig für Guben.“ Ab September werde er sich beim Arbeitsamt melden. Wie es dann weitergehe, sei ungewiss.
Herta Schmied, die Inhaberin des Lotto-Shops, gibt es dagegen eine Perspektive, eine ziemlich klare sogar. Sollten die Ladengeschäfte wie geplant noch einen Aufschub erhalten und alle die Verlängerung nutzen, wolle auch sie noch bleiben. Ansonsten setze sie ihr Gewerbe im neuen Plus-Markt gegenüber fort.

Aus für die Werkstatt
Einen neuen Job braucht Michael Grimm. Seinen Schuh- und Schlüsseldienst wolle er schließen. „Ich glaube nicht, dass noch genügend Kunden den Weg in die Ladenpassage finden, wenn der Markt geschlossen hat“ , sagt der gelernte Schuhmacher und BMSR-Mechaniker.
Er wolle sich in seinem Zweitberuf nach einem Job umsehen. Seine Stammkunden schicke er, seitdem er die Kündigung seines Mietverhältnisses vor rund acht Wochen erhalten hat, in die Kaltenborner Straße. Dort betreibe sein Vater ein Schuhgeschäft mit Reparaturwerkstatt. Sollte der Kundenkreis dort anwachsen, gebe es vielleicht auch für Michael Grimm dort eine berufliche Chance.
Bei Ernstings Family sind die Weichen schon gestellt. Der Kundenkreis müsse demnächst die Filiale im Kaufland nutzen. Das habe auch zur Folge, dass voraussichtlich zwei Kolleginnen entlassen werden müssten. Dies solle nach einem Sozialplan erfolgen, sagt Carola Allgaier, die schon seit zehn Jahren in der Filiale im Supermarkt arbeitet.
Im Backshop nebenan wird auf die Betriebsleitung verwiesen. Auf Nachfrage bestätigt Gerhard Petri, dass die Mitarbeiterinnen in andere Filialen umgesetzt würden. Vorerst sei die Bäckerei aber noch in Verhandlungen über den endgültigen Schließungstermin. Wenn dieser feststehe, würde Petri weiter Schritte einleiten.
Die Inhaberin des Nguyen-Bistro, Van Thi Thuan, hat im Zusammenhang mit der bevorstehenden Schließung schon reagiert. Ihre Stammkundschaft sei informiert, dass es auch nach der Schließung des Real-Marktes weitergehe. Der Außeneingang der gastronomischen Einrichtung solle dann Haupteingang werden. Außerdem habe ihm die Stammkundschaft schon zugesagt, dem Bistro die Treue zu halten, so Van Thi Thuan.

Schotten dicht
Bleibt noch das Blumengeschäft am Haupteingang des Marktes. Dort scheint es die wenigsten Probleme mit der Schließung zu geben. Eine Mitarbeiterin, die namentlich nicht genannt werden möchte, ließ wissen, dass das Blumengeschäft auch ohne die Schließung des Marktes die Schotten dicht gemacht hätte.