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| 01:02 Uhr

Rathaus-Mannschaft wird schrumpfen

Guben.. Nur wenige erinnern sich noch an einen erbitterten Streit im Frühsommer dieses Jahres zwischen Bürgermeister Klaus-Dieter Hübner und dem Personalrat des Rathauses über einen Sozialplan im Falle eines Stellenabbaus in der Verwaltung. Doch das Thema ist keineswegs vom Tisch, im Gegenteil. Von Jan Siegel

Er ist ein riesiger, mehrere hundert Seiten umfassender Wälzer - der Haushaltsplan der Stadt Guben für das Jahr 2004. Alle Stadtverordneten haben ihn seit einigen Tagen auch zu Hause. Doch nur wenige verstehen sich wirklich auf das Lesen der scheinbar unendlichen Haushaltstellen und ihrer Zahlenkolonnen. In den großen Fraktionen gibt es inzwischen einige Spezialisten, die dem verwirrenden Zahlenwerk in den nächsten Wochen einige interessante „Geheimnisse“ entlocken werden.
Eines davon ist die Zahl der Arbeitsplätze im Gubener Rathaus Ende 2004. Wer den aktuellen Stellenplan mit dem künftigen vergleicht, bemerkt eine Differenz.
236 Stellen gibt es derzeit noch im öffentlichen Dienst der Stadt Guben. Im neuen Plan finden sich aber nur noch 192. Diese Zahl hatten die Stadtverordneten nach harten Diskussionen Anfang 2003 auch beschlossen.
Dass sich mehr als 40 Stellen durch altersbedingte Fluktuation reduzieren lassen, glaubt ernsthaft niemand. Gerechnet wird deshalb allgemein mit einem „heißen Jahresauftakt“ in der Verwaltung.
Allerdings täuschen die Zahlen. Tatsächlich besetzt sind im Rathaus nämlich nur noch 218 Stellen. Zum Jahresende werden Mitarbeiter ausscheiden, kündigte Hübner-Stellvertreter Fred Mahro gestern gegenüber der RUNDSCHAU an. Der Personalchef im Rathaus geht deshalb davon aus, dass es zum Jahresbeginn einen Personalüberhang von 17 Stellen geben wird.
Mahro will ab Anfang Januar mit allen Mitarbeitern sprechen, um über Arbeitszeitreduzierungen im Stellenplan „Luft“ zu bekommen. Dass es möglicherweise bis Ende März aber trotzdem zu Änderungskündigungen oder gar betriebsbedingten Beendigungskündigungen im Rathaus kommen kann, schließt Mahro nicht aus.
Welche Rolle bei den bevorstehenden Gesprächen ein Sozialplan spielen könnte, um den es seit Monaten einen Rechtsstreit zwischen Rathausspitze und Personalrat gibt, ist bisher nicht absehbar.
Der Bürgermeister hatte den Sozialplan als „maßlos“ bezeichnet und nach einer heftigen verbalen Auseinandersetzung gekündigt. Der Personalrat wollte die einseitige Aufhebung des Vertrages nicht hinnehmen.