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Radsportlegende läutet die Startglocke

Radsportlegende Lothar Thomas (l./helle Jacke) läutete in diesem Jahr die Glocke zum Start in die Gubener Radlersaison. Rund 300 Teilnehmer waren am Start.
Radsportlegende Lothar Thomas (l./helle Jacke) läutete in diesem Jahr die Glocke zum Start in die Gubener Radlersaison. Rund 300 Teilnehmer waren am Start. FOTO: utr1
Guben. Rund 300 Neißestädter haben bei bestem Fahrradwetter am Frühlingsradeln des Marketing- und Tourismusvereins und des Gubener Radsportvereins teilgenommen. Bereits zum 14. Mal erklang um zehn Uhr die Startglocke, die in diesem Jahr Radsportlegende Lothar Thoms läutete. Ute Richter / utr1

Nach dem Test über drei Strecken im vergangenen Jahr besannen sich die Organisatoren des Radsportvereins wieder auf das Traditionelle: eine kürzere (17 Kilometer) und eine längere (30 Kilometer) Strecke. Gestartet wurde wie in jedem Jahr an der Sparkasse Spree-Neiße Am Klosterfeld.

Erstmalig über Bahnhofstraße

Erstmalig führte die Radler der Weg über die Bahnhofstraße Richtung Nordbrücke, entlang des neu gestalteten Alten Hafens in Richtung Groß Breesen.

Die kurze Strecke von 17 Kilometern führte dann nach Grano und über Wilschwitz zurück nach Guben. Die längere Strecke ging von Groß Breesen weiter über Bresinchen, Coschen, Steinsdorf, Bomsdorf, Sembten, Schieben-Vorwerk, Lauschütz, Grano, Wilschwitz. Ziel war stets die Gaststätte "Schefter" in Reichenbach, wo auf die Radler süße und deftige Verpflegung, musikalische und sportliche Unterhaltung sowie die Ziehung der Tombola wartete.

Denn mit dem Erwerb der Startkarte hatten alle Teilnehmer Aussicht auf einen der hochwertigen Preise, die von Gubener Unternehmen gesponsert werden.

Rund 30 ehrenamtliche Helfer sicherten die Strecke und halfen bei der Organisation. Auch an einen Notfallservice für kaputte Räder hatten die Organisatoren gedacht.

Zum ersten Mal mit dabei waren Klaus und Rosemarie Nachtigall. Obwohl passionierte Radler sind sie noch nie beim Frühlingsanradeln mitgefahren und waren ganz gespannt auf Strecke und Stimmung. "8000 Kilometer bin ich in den letzten sieben Jahren mit meinem Rad gefahren", beweist auch der Kilometerzähler des 60-jährigen Ehemannes.

Die längste Strecke führte ihn von Guben nach Forst und zurück. Viel seien beide mit ihren Drahteseln unterwegs.

Auch Apfelkönigin Franziska Reich fuhr das erste Mal im Radlerfeld mit. Seit der Geburt ihrer Tochter sei sie nicht mehr so viel zum Radfahren gekommen, sagte sie. Umso mehr genoss Tochter Lina die Fahrt auf Mamas Rad.

Eingeläutet wurde das Frühlingsanradeln, eine der größten Breitensportveranstaltungen der Region, dieses Mal von Radsportlegende Lothar Thoms. Der 58-Jährige ist gebürtiger Gubener und war einer der bekanntesten DDR-Radsportler.

Zu seinen größten Erfolgen gehört der Sieg im 1000-Meter-Zeitfahren bei den Olympischen Spielen in Moskau 1980.

Er genoss es sichtlich, wieder einmal in seiner alten Heimatstadt zu sein. "Wichtig ist, dass die Teilnehmer achtsam sind in solch einer großen Gruppe von Radfahrern", gibt er als Tipp mit auf den Weg. Und dass sie Spaß und Freude an der Bewegung haben.

Wiedersehensfreude groß

Nach Guben zum Anradeln geholt hat den einstigen Spitzenathleten Lothar Thoms Mitorganisator Thomas Otto vom Radsportverein Guben. "Wir sind stolz, dass Lothar Zeit und Lust hatte mit nach Guben zu kommen", freute er sich über den prominenten Gast.

Denn viele der alten Sportkameraden aus früheren Zeiten in Guben waren auch am Sonntag beim Frühlingsradeln mit dabei - und somit war die Wiedersehensfreude groß.