Professor Hiepe begeisterte damals Schüler und Lehrer, aber die 90 Minuten im November reichten nicht aus, um alle Fragen beantworten zu können. Also nahmen die Gubener die Einladung zum Besuch des Institutes sehr gern an.
In der Hauptstadt wurden sie zunächst von Prof. Hiepe vor dem Hauptgebäude der Humboldt-Universität begrüßt. Dort erhielten die Neißestädter interessante Informationen über die Geschichte der Universität und den Baustil der Häuser des Campus. Es war schon ein erhabenes Gefühl, im Hörsaal des Institutes sitzen zu dürfen und dann noch durch solche Kapazitäten wie Prof. Lucius und Prof. Hiepe Grundzüge eines Studiums der Parasitologie an der Humboldt-Universität erläutert zu bekommen. Jetzt endlich konnten die Gubener ihre Fragen loswerden, zum Beispiel zu den Erregern der Malaria oder der Schlafkrankheit, aber auch zu Zecken und Milben.
Beim anschließenden Rundgang durch verschiedene Labors erlebten die Schüler unterschiedliche Arbeitsmethoden und bestaunten Geräte, die sie bisher nur aus dem theoretischen Unterricht kannten. Ihnen wurde schnell klar, dass das Lernen an einer Universität ein anderes, vielleicht interessanteres, aber vor allem selbstständigeres Arbeiten erfordert.
Im Anschluss an diese Einführung in das Institut durften einige Schüler an einem Kurs zur Elektronenmikroskopie teilnehmen. Dr. Bleiss und seine technische Mitarbeiterin führten sie in die Grundlagen ein. So wurde wieder aus der unterrichtlichen Theorie greifbare Praxis, wenn verschiedene Präparate geschnitten wurden und dann die moderne Technik angewandt werden konnte.
Es liegt nun im Interesse des Institutes und des Pestalozzi-Gymnasiums, aus dem Keim der Zusammenarbeit eine dauernde Pflanze wachsen zu lassen, denn die Universität sucht interessierte und befähigte Studenten. Eine Vereinbarung zwischen beiden Partnern wird den Grundstein für eine intensivere Zusammenarbeit legen.
Anliegen der Wissenschaftswoche, die seit drei Jahren durchgeführt wird, ist es übrigens, Schüler der Sekundarstufe II in Vorträgen über die neuesten Forschungsergebnisse und wissenschaftlichen Erkenntnisse in allen Lebensbereichen zu informieren.