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| 13:24 Uhr

Historische Grüße aus Guben
Postkarten über verlorene Orte in der Doppelstadt

Stadtwächter und Verleger Andreas Peter hat eine Postkartenserie herausgebracht mit verlorenen Orten in Guben und Gubin.
Stadtwächter und Verleger Andreas Peter hat eine Postkartenserie herausgebracht mit verlorenen Orten in Guben und Gubin. FOTO: Michèle-Cathrin Zeidler
Guben. Motive reichen von Villa Wolf über Marktplatz mit Zwei-Kaiser-Brunnen bis hin zum Strandfest.

Der Gubener Stadtwächter Andreas Peter hat eine Postkartenserie mit historischen Ansichten der Doppelstadt unter dem Titel „Verlorene Orte in Guben und Gubin“ herausgebracht. „Immer wieder wurde ich in der Vergangenheit gefragt, ob ich Bilder aus meiner Sammlung mit historischen Ansichten der Stadt verkaufe“, erzählt Andreas Peter. „So kam ich schließlich auf die Idee mit den Postkarten.“

In der Serie finden sich sieben verschiedene Motive aus dem Archiv des Stadtwächters. Eine Karte zeigt beispielsweise das Badeleben am Neißestrand im Jahr 1911. „Im diesem Sommer stiegen die Temperaturen auf 47 Grad“, weiß der Stadtwächter. Die Kinder bekamen hitzefrei und feierten unterhalb der Großen Neißebrücke ausgelassen ihr erstes Gubener Strandfest. „Dieses einmalige Ereignis wurde auf einem Foto festgehalten“, sagt Andreas Peter.

Eine andere Postkarte ist ein Foto aus dem Jahr 1910 von der Villa des Gubener Hutfabrikanten Max Wilke. „Es war ein imposanter Bau und erinnert mich an irgendwie an Häuser in Schottland“, so Peter. „Mir war es wichtig, mit den Karten zu zeigen, was es in Guben früher alles gab.“ Aus diesem Grund gibt es in der Serie auch eine historische Ansicht vom Markt. Das kolorierte Foto aus dem Jahr 1910 zeigt den Zwei-Kaiser-Brunnen. 1898 nach den Plänen des Berliner Architekten Paul Kieschke erreichtet, prägte er den Marktplatz bis zu seinem Abriss 1936.

Auch die dunkleren Kapitel der Stadt wollte der Stadtwächter nicht auslassen und so wurde ein Bild der Kastanien-Promenade in der Serie abgedruckt. Bis zu ihrer Schändung durch die Nazis am 9. November 1938 befand sich hier die Synagoge. Seit 1998 erinnert ein Gedenkstein an sie. „In diesem Jahr jährt sich der Brand in der Synagoge zum 80. Mal“, weiß Andreas Peter. Da im kommenden Jahr außerdem der Bauhausstil 100-jähriges Jubiläum feiert, durfte natürlich auch die Villa Wolf nicht in der Serie fehlen. 1925/1926 ließ der Gubener Tuchfabrikant Erich Wolf in der damaligen Teichbornstraße 13 eine Villa von Bauhaus-Architekten errichten.  „Passend dazu gibt es auch eine Sonderbriefmarke der Villa Wolf“, sagt Andreas Peter. 2011 gab es das letzte Mal eine derartige Sonderbriefmarke. Damals zum 260. Geburtstag der 1751 in Guben geborenen vielseitigen Künstlerin Corona Schröter. „Das ist schon etwas ganz Besonderes“, betont Andreas Peter.

Die Postkarten können zum Preis von einem Euro im Stadtwächterstübchen, Frankfurter Straße 12, und in der Touristinformation, Frankfurter Straße 21, in Guben käuflich erworben werden.

Die Lausitzer RUNDSCHAU verlost außerdem zweimal drei Postkarten unter allem Anrufern am Dienstag, 24. Juli, unter der Tel. 01379887219 (legion, 0,50€/Anruf aus dem Festnetz der DTAG, ggf. abweichende Preise aus dem Mobilfunknetz).

(mcz)