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| 02:41 Uhr

Polnische Schüler testen deutsche Betriebe

Polnische Praktikanten freuen sich auf ihren Einsatz in deutschen Unternehmen.
Polnische Praktikanten freuen sich auf ihren Einsatz in deutschen Unternehmen. FOTO: S. Halpick
Guben. Polnische Schüler testen den deutschen Arbeitsmarkt: Für das diesjährige IHK-Praktikantenprogramm ist gestern der Startschuss beim Gemeinnützigen Bildungsverein in Guben gefallen. Jugendliche aus Zielona Gora sammeln vier Wochen lang bei 35 IHK-Ausbildungsbetrieben in Spree-Neiße und Cottbus Erfahrungen. Silke Halpick

"Das Praktikantenprogramm ist ein Baustein zur grenzübergreifenden wirtschaftlichen Zusammenarbeit", betont Jens Kraus, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der IHK Cottbus, bei der Eröffnung in den Räumen des Gemeinnützigen Bildungsvereins Guben (GBV), der Maßnahmeträger ist. Die angehenden Mechatroniker, Kfz-Mechaniker und Betriebswirte aus der Ökonomischen und Technischen Berufsschule in Zielona Gora werden während ihres Praktikums auch im ehemaligen GBV-Wohnheim untergebracht und betreut.

"Ich will meine Sprachkenntnisse verbessern und wissen, wie ein Praktikum in Deutschland abläuft", sagt die 19-jährige Karolina Gabator zu ihren Beweggründen. Mariusz Mirski freut sich vor allem auf die schulfreie Zeit und will sein bisher nur theoretisches Wissen jetzt in der Praxis anwenden. Für Piotr Skrzypek ist es sogar vorstellbar, nach Abschluss der Ausbildung in Deutschland zu arbeiten.

Bevor die polnischen Berufsschüler in den IHK-Betrieben eingesetzt werden, absolvieren sie eine "Integrationswoche" inklusive Sprachkurs. Dabei werden die Grundkenntnisse in Deutsch vertieft und für die Praxis notwendige berufsspezifische Fachbegriffe erlernt. "Die Sprache ist das elementare Bindeglied zwischen Ausbildungsbetrieb und Praktikant", sagt Krause. Das hätten die Erfahrungen aus einem ähnlich gelagerten Projekt im Jahr 2011 gezeigt.

"Mit dem Betriebspraktikum können die polnischen Schüler deutsche Ausbildungsberufe kennenlernen", betont Krause. Den deutschen Unternehmen helfe das Programm, neue Wirtschaftskontakte nach Polen aufzubauen und auch in Hinblick auf den Fachkräftemangel Chancen und Möglichkeiten auszuloten.

"Wir arbeiten schon seit vielen Jahren intensiv mit polnischen Partnern zusammen", sagt Heike Rochlitz, Leiterin des Stadt- und Industriemuseums in Guben. Die Gubener Stadtverwaltung gehört zu den diesjährigen IHK-Partnern, wie unter anderem auch der Energiekonzern Vattenfall, das Cottbuser Entsorgungsunternehmen Alba oder die Gubener Wohnungsgesellschaft (Guwo), zu deren Kunden bereits Mieter aus Gubin zählen. "Wir hatten schon mehrfach Praktikanten und wollen jetzt auch polnischen Schülern die Möglichkeit geben, unseren Betrieb kennenzulernen", sagt Christina Wenzel, Geschäftsführerin des Maschinen- und Anlagenservices MAS in Guben.

Die erste Staffel mit 20 Jugendlichen endet am 28. März. Die zweite Staffel schließt sich am 3. April an. Das Projekt "Deutscher Arbeitsmarkt als Chance für polnische Schüler" wird aus Mitteln des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung kofinanziert.