Der "Grenzübergreifende Informationspunkt in der Eurostadt Guben-Gubin" hat einen etwas sperrigen Namen. Dabei handelt es sich bei dem Projekt der Euroregion Spree-Neiße-Bober um die einzige Einrichtung dieser Art entlang der deutsch-polnischen Grenze. "In Frankfurt an der Oder wird die polizeiliche Zusammenarbeit koordiniert. In Guben haben wir ein deutsch-polnisches Team, das Bürgern bei Fragen zur Verfügung steht", erklärt Bodo Arend, der fließend polnisch spricht.

Am Donnerstag wird er bei der zwei Mal in der Woche stattfindenden Sprechstunde von Krzysztof Dubert vom Gubiner Ordnungsamt und von Frederyk Studzinski vom Grenzschutz in Zielona Gora unterstützt. Die Begrüßung ist freundschaftlich, die Arbeitssprache polnisch. Bei der Beratung der Bürger ergänzen sie sich. "Jetzt in der Ferienzeit informieren sich viele Deutsche über Verkehrsvorschriften in Polen, oder sie wollen wissen, welche Dokumente man bei sich tragen muss", so Arend. Darüber hinaus fragen deutsche Jäger, welche Munition sie einführen dürfen, Pilzesammler aus Polen hingegen interessiert, was sie in deutschen Forsten beachten müssen. Die Mehrzahl der täglich etwa 25 Besucher kommt aus Polen. Sie informieren sich über Zollfragen, wollen wissen, wie sie in Deutschland eine Arbeit aufnehmen oder eine Firma gründen können, erklärt Dubert.

Die Arbeit der Beamten ist breit gefächert. "Kürzlich hatten wir deutsche Urlauber, die nach Rumänien weiter wollten und keinen gültigen Reisepass dabei hatten. Wir konnten schnell helfen, indem wir einen vorläufigen Pass ausstellen ließen", erzählt Bodo Arend. Und wenn notwendig, helfen die Beamten auch mal unbürokratisch bei den kleineren Problemen weiter. Am Mittwoch sei eine Polin gekommen, die ihren Haustürschlüssel auf der Brücke verloren hatte. Die Beamten hatten ihn gefunden und beim Gubener Ordnungsamt abgegeben. "Als die Frau zu uns kam, haben wir ihr gesagt, wo sie den Schlüssel abholen kann", sagt Bodo Arend und schmunzelt.

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Der "Grenzüberschreitende Informationspunkt in der Eurostadt Guben-Gubin" lädt dienstags von 9 bis 17 Uhr und donnerstags von 10 bis 15 Uhr in seine Sprechstunde im Gebäude der Bundespolizei vor der Neißebrücke ein. Dort stehen Bodo Arend, Kontaktbeamter der Bundespolizei für Polen, sowie jeweils ein Vertreter des Gubiner Ordnungsamtes und des polnischen Grenzschutzes für Auskünfte zur Verfügung. Das Büro wird unterstützt von der Euroregion Spree-Neiße-Bober.