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| 16:51 Uhr

Grenzkontrollen
„Ihre Papiere, bitte!“

Wer in diesen Tagen von Guben ins polnische Gubin reist, muss damit rechnen, kontrolliert zu werden. Die Maßnahme soll bis zum 16. Dezember stattfinden und der Sicherheit der Klimakonferenz in Katowice dienen.
Wer in diesen Tagen von Guben ins polnische Gubin reist, muss damit rechnen, kontrolliert zu werden. Die Maßnahme soll bis zum 16. Dezember stattfinden und der Sicherheit der Klimakonferenz in Katowice dienen. FOTO: lr / Engelhardt
Wie sich die zwischenzeitlichen Grenzkontrollen auf Guben und Gubin auswirken. Von Thomas Engelhardt

Wer an diesem Freitagmittag die Neißebrücke von Guben aus überquert, dem fallen keine Besonderheiten auf. Der Verkehr von Deutschland nach Polen und umgekehrt rollt ganz normal, es herrscht das alltägliche Hin und Her.

Und doch kann es Reisenden in diesen Tagen passieren, dass sie an der Grenze zum Nachbarland einen unfreiwilligen Stopp einlegen müssen. Denn seit Donnerstag führen die polnischen Behörden wieder Grenzkontrollen durch, zumindest stichprobenartig. Diese Maßnahme ist allerdings nicht genereller Natur, sondern nur vorübergehend – genau so, wie es das Schengen-Abkommen auch vorsieht. Das erlaubt den Mitgliedsstaaten in Ausnahmefällen nämlich, Reisende für einen gewissen Zeitraum an den EU-Binnengrenzen doch wieder genauer unter die Lupe zu nehmen.

Und dieser Ausnahmefall spielt sich in wenigen Tagen in Katowice ab. Dort findet vom 3. bis 14. Dezember die 24. UN-Klimakonferenz statt. Und eine Maßnahme, um die Sicherheit der Konferenz und ihren störungsfreien Ablauf zu gewährleisten, sind die jetzt eingeführten Grenzkontrollen, bei denen der polnische Grenzschutz auch von der deutschen Bundespolizei unterstützt wird. Dabei werden in erster Linie die Ausweis- und Fahrzeugpapiere kontrolliert. Die Angaben werden dann in einer entsprechenden Datenbank überprüft.

Während die Kontrollen schon am Donnerstag am Frankfurter Autobahn-Grenzübergang bei Swiecko für Staus sorgten, sah die Lage in Guben bisher entspannt aus. Es gab offenbar nur vereinzelte Kontrollen von Fahrzeugen und ihren Insassen. Carsten Jacob, der Geschäftsführer der Euroregion Spree-Neiße-Bober, geht davon aus, dass es auch in den kommenden Wochen entspannt bleibt. „Solche stichprobenartigen Kontrollen gab es unter anderem schon bei der Fußballeuropameisterschaft 2012. Zu jener Zeit habe ich selbst in Polen gearbeitet. Und es gab damals keine Beeinträchtigungen. Ich bin deshalb auch dieses Mal sehr entspannt.“

Die Konferenz in Katowice sei, so Jacob, durchaus ein herausragendes Ereignis, das die zwischenzeitliche Wiedereinführung der Kontrollen rechtfertige. Diese Vorgehensweise gebe es im Übrigen auch in anderen Staaten der Europäischen Union.

Auch Krzysztof Zdobylak, Büroleiter des Gubener Bürgermeisters Fred Mahro, geht davon aus, dass die Kontrollen keinen gravierenden Einfluss für das Leben in Guben und Gubin haben werden. An den Autobahnen werde es durchaus einmal zu spüren sein, „aber hier werden sie kaum etwas merken“, ist sich Zdobylak sicher. Er selber wohnt in Gubin, pendelt also täglich zwischen Polen und Deutschland hin und her und sagt: „Ich wohne seit 2015 hier und bin noch kein einziges Mal kontrolliert worden, weder von polnischen noch von deutschen Beamten.“

Im Zusammenhang mit dieser Maßnahme hat die Bundespolizei übrigens noch einen Tipp parat: Egal ob Kontrollen stattfinden oder nicht, sind Reisende immer verpflichtet, beim Grenzübertritt den Reisepass oder den Personalausweis mit sich führen – auch beim schnellen Einkauf im Nachbarland.

Wer in diesen Tagen von Guben ins polnische Gubin reist, muss damit rechnen, kontrolliert zu werden. Die Maßnahme soll bis zum 16. Dezember stattfinden und der Sicherheit der Klimakonferenz in Katowice dienen.
Wer in diesen Tagen von Guben ins polnische Gubin reist, muss damit rechnen, kontrolliert zu werden. Die Maßnahme soll bis zum 16. Dezember stattfinden und der Sicherheit der Klimakonferenz in Katowice dienen. FOTO: lr / Engelhardt