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Plastinate faszinieren Schüler

In der Positionierung werden präparierte Körper in die richtige Position gebracht.
In der Positionierung werden präparierte Körper in die richtige Position gebracht. FOTO: Jana Pozar/zar1
Guben. Zukunftstag in Guben: Rund 20 Schüler aus der Neißestadt, Forst und Eisenhüttenstadt haben den Tag genutzt, um den Arbeitsalltag eines Plastinators kennenzulernen. Insgesamt 52 Gubener Unternehmen informierten am gestrigen Donnerstag zu Ausbildungs- und Karrierechancen. Jana Pozar / zar1

"Ich wollte hier unbedingt hin. Diese Arbeit fasziniert mich. Es wäre toll, wenn ich später hier arbeiten könnte", sagte Diana Sosin. Die 15-jährige Eisenhüttenstädterin hat sich für den Zukunftstag extra von ihrer Schule freistellen lassen. Für sie sei es etwas ganz Normales, Körper für die Wissenschaft zu präparieren. Die Schülerin hatte auch keine Scheu, ein noch nicht fertiggestelltes Plastinat zu berühren. Bearbeitet wurde es vom Biologisch-Technischen Assistenten Fabian Fixen. Er erzählte, dass ein Präparationsassistent viel Geduld haben müsse. "Etwa 300 Stunden dauert es, bis ein Körper präpariert ist." Grundvoraussetzung für diesen Beruf seien aber auch sehr gute anatomische Kenntnisse.

"In der Anatomie lernt man nie aus", bestätigte auch Laura Bude, Bereichsleiterin der Positionierung. In ihrer Abteilung werden Nerven, Muskeln und Sehnen der präparierten Körper mit Nadeln, Klammern, Drähten und Schaumstoffblöcken korrekt positioniert und fixiert.

Die Gubener Plastinate bilden zwar selbst nicht aus, stellen aber ausgebildete Fachleute wie Chemikanten, Plastinationsassistenten, Tischler und Bürokaufleute ein. 80 Mitarbeiter gibt es am Gubener Standort. Rurik von Hagens, Geschäftsführer der Gubener Plastinate, appellierte an die jungen Leute: "Informiert euch, auch über den Zukunftstag hinaus. Geht auf die Unternehmen zu, seid nicht schüchtern."

Die Führung durch die gläsernen Schauwerkstätten fanden die Jugendlichen sehr interessant. "Aber arbeiten möchte ich hier nicht", sagt der 13-jährige Europaschüler Paul Baumheier. Da sei er sich sicher, obwohl ihn Tiere und Medizin interessieren. Einen medizinischen Beruf hat auch Antonia Bergemann aus Forst im Blick. "Ich war total neugierig, was mich hier erwartet. Es war sehr interessant, sich das von innen anzuschauen und zu sehen, wie hier gearbeitet wird", sagt sie.

Insgesamt 260 Gubener Schüler haben sich am gestrigen Zukunftstag beteiligt, der brandenburgweit stattfand. Darüber informiert Viktoriya Scheuer, Koordinatorin des Netzwerkes Schule und Wirtschaft in Guben. 52 Unternehmen haben den Angaben zufolge mitgemacht. Das ist ein neuer Rekord. Zu den besonders stark frequentierten Einrichtungen in der Neißestadt gehörten die Bundespolizei, das Naemi-Wilke-Stift und die Bäckerei Dreißig.