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Plakate: Guben ist 29-mal teurer als Burg

An der B 115 in Döbern können Plakate auch an Zäunen angebracht werden.
An der B 115 in Döbern können Plakate auch an Zäunen angebracht werden. FOTO: Köhler
Spree-Neiße. Werbung ist das A und O. Das wissen alle Veranstalter von Konzerten oder Ausstellungen. Für Plakatierungen im Landkreis Spree-Neiße werden jedoch in jeder Stadt andere Gebührensätze verlangt. Die Stadt Guben erhebt nach RUNDSCHAU-Recherchen dabei die höchsten. Christian Köhler und Anne Guckland

Wer im Landkreis Plakate an Laternenmasten oder an anderen Stellen anbringen will, muss sich an die kommunalen Ordnungsämter wenden. Dabei haben sich Vereine und Veranstalter nicht nur mit unterschiedlichen Gebührensätzen der jeweiligen örtlichen Sondernutzungssatzung auseinandersetzen, sondern auch mit ganz verschiedenen Regelungen zur Plakatierung.

Die RUNDSCHAU hat Gebühren der Städte miteinander verglichen und kam zu dem Ergebnis, dass die Stadt Guben mit 43,50 Euro, darin ist eine Verwaltungsgebühr von 30 Euro enthalten, den höchsten Preis für ein A1 -Plakat verlangt. "Die Beantragung eines Plakates kostet zehn Euro, für das Auf- und Abhängen erheben die Stadtwerke 2,50 Euro plus eine Standortmiete von einem Euro pro Plakat und angefangener Kalenderwoche", erklärt Susann Winter, Pressesprecherin der Stadt Guben. In Forst ist die Verwaltungsgebühr mit 26,50 Euro ähnlich so hoch wie in Guben.

Allerdings wird für ein A1 -Plakat für 30 Tage nur eine Gebühr von 2,56 Euro erhoben. Mindestens müssen 39,30 Euro für das Aufhängen von Plakaten bezahlt werden.

Deutlich weniger müssen Plakatierer in Burg für das Anbringen eines Plakates bezahlen. Gerade einmal 1,50 Euro pro Plakat "Bei diesem Preis ist die Verwaltungsgebühr schon enthalten", berichtet Kerstin Möbes vom Amt in Burg.

Eine außergewöhnliche Berechnung der Plakatierungskosten erfolgt in Welzow. Wie Jana Rothe vom Ordnungsamt Welzow erklärt, berechne die Stadt nicht die Anzahl der Plakate, sondern Quadratmeterpreise für Plakate. "Pro angefangenen Quadratmeter verlangt die Stadt 5,11 Euro", so Rothe. Hinzu komme eine Verwaltungsgebühr von fünf Euro plus Porto. Auch im Amt Peitz weicht die Gebührenerhebung von der in anderen Spree-Neiße-Städten und Kommunen ab. Wer einen Antrag auf das Aufhängen von Plakaten stellt, nennt die Stückzahl der gewünschten Plakate und bezahlt dafür 15 Euro. Eine Abrechnung pro Plakat erfolgt nicht. Je nachdem, wie viele Plakate bereits aufgehängt sind und wie viele Plakate andere Interessenten aufhängen möchten, wird dann die gewünschte Stückzahl genehmigt, erklärt Dirk Blümel, Leiter vom Ordnungsamt Peitz.

In Spremberg hat die Stadt, genauso wie in Guben, spezielle Plakathalterungen an Laternen anbringen lassen, womit genau vorgegeben ist, wo und wie viele Plakate im Stadtgebiet hängen dürfen. "Wir verlangen pro Tag und pro Stück 30 Cent", erläutert Jana Belka vom Ordnungsamt Spremberg, "hinzu kommt eine Verwaltungsgebühr von 25 Prozent oder mindestens 30 Euro."

In Döbern erhebt das Ordnungsamt eine Gebühr von 50 Cent pro Tag und Plakat, allerdings will das Amt dafür zehn Euro weniger Verwaltungsgebühr haben als in Spremberg. "Bei eingetragenen Vereinen, die gemeinnützig sind, entscheiden wir von Fall zu Fall, ob die sich die Gebühren verringern", stellt Ordnungsamtsmitarbeiterin Ines Kuban klar.