ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 20:30 Uhr

Planungen an der Werkbahntrasse in Kaltenborn
Guben lässt mehr Sonne rein

 In Kaltenborn soll eine 1,7 Hektar große Photovoltaik-Freiflächenanlage entstehen. Allzu viele geeignete Standorte gibt es in Guben auch nicht. Die Vorgaben sind streng.
In Kaltenborn soll eine 1,7 Hektar große Photovoltaik-Freiflächenanlage entstehen. Allzu viele geeignete Standorte gibt es in Guben auch nicht. Die Vorgaben sind streng. FOTO: dpa / Oliver Berg
Kaltenborn. Kaltenborn soll eine neue Photovoltaikanlage bekommen. Ganz so einfach ist das allerdings nicht.

Die Stadt Guben bekommt einen neuen Solarpark. Eine kleine Ausführung, gerade einmal 1,7 Hektar groß soll er werden. Ganz so selbstverständlich ist das allerdings gar nicht, denn die geeigneten Flächen werden rar.

Die Green City AG aus München ist an der Neiße fündig geworden. Vielmehr einige Hundert Meter abseits der Neiße in Kaltenborn. Entlang der Werkbahn-Trasse sollen die Paneele aufgestellt werden. Ein Zeitplan steht noch nicht fest, Ende des Monats (27. Februar, 16 Uhr) muss die Stadtverordnetenversammlung über die Aufstellung des Vorhaben- und Erschließungsplans entscheiden. Außerdem muss der Flächennutzungsplan der Stadt Guben geändert werden. Notwendige Schritte, denn sonst gibt es keine Einspeisungsvergütung. Heißt: Für die Green City AG wäre die Anlage unrentabel.

Dass die Anlage genau an die Gleise gebaut wird, hat gesetzliche Gründe. Einst war es zulässig, Photovoltaik-Anlagen „ins Grüne“ zu bauen. Das allerdings ist seit 2011 passé. Bebaut werden dürfen nur noch so genannte Konversionsflächen und Freiflächen, die in einem Korridor von 110 Metern an Bahntrassen oder Autobahnen liegen. Das nämlich sind Flächen, die anderweitig nicht genutzt werden können  – es sei denn, es handelt sich um Ackerland.

In Kaltenborn ist das der Fall. Es gibt einen Besitzer und einen Pächter. Von beiden, heißt es in der Beschlussvorlage, liege das Einverständnis vor. Das bestätigt auch Michael Feist von der Green City AG. Feist war am Donnerstag nach Guben gereist, um im Bauausschuss für das Vorhaben seines Unternehmens zu werben – bekam aber auch kritische Töne zu hören.

„Ich weiß nicht, ob es so gut ist, wenn wir uns landwirtschaftliche Fläche wegnehmen“, sagte Steffen Buckel-Ehrlichmann (Linke). Zwar werde die Fläche derzeit nicht bewirtschaftet, das heiße aber nicht, dass sie auch in Zukunft unbewirtschaftet bleibe. Bürgermeister Fred Mahro (CDU) machte auf die geringe Größe der Fläche aufmerksam, betonte aber auch: In den Planungen müsse sichergestellt sein, dass sich die Anlage und geplante Erweiterung des Industriegebiets Süd nicht in die Quere kämen. Zu einem so frühen Planungszeitraum allerdings könne man das noch berücksichtigen.

In Kaltenborn soll eine so genannte „Bagatellanlage“ entstehen, erläuterte Feist. Die Leistung solcher Anlagen liegt bei weniger als 750 Kilowatt, sie sind damit ausschreibungsfrei. Für größere Anlagen steht eine Kapazität von 600 förderfähigen Megawatt bereit, die ausgeschrieben werden.

Der Eingriff in die Natur sei gering, betonte Feist, dessen Unternehmen sich auf umweltschonenden Strom und umweltschonende Mobilität spezialisiert. Trotz der großen Fläche der Paneele werde nur ein Bruchteil Boden versiegelt. Ersatzpflanzungen werden trotzdem nötig. Die, so Feist, sollten in Absprache mit der Stadt vorgenommen werden.

Durchaus vorstellbar wäre auch, einem Schäfer aus der Region die Fläche zwischen den Paneelen für seine Schafe zur Verfügung zu stellen, sagte Feist. Auch da soll es Absprachen mit der Stadt geben. Der Naturschutzbund (Nabu) und die Unternehmensvereinigung Solarwirtschaft haben bereits 2005 einen Kriterienkatalog veröffentlicht, in dem Freiflächenanlagen und Naturschutz abgeglichen wurden. Auch die Pflege der Fläche mithilfe von Schafherden ist darin festgehalten. Ein Artenschutzgutachten, so Feist, werde mit Beginn der Planungen für die Anlage angefertigt.