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| 16:23 Uhr

Infrastruktur
Pflastern bei Rekordtemperaturen

Peter Seifert (l.) und Willli Resag vom Gubener Unternehmen ULT verlegen Pflaster im Bereich der Bushaltestelle in der Flemmingstraße. Nur hier wird auch der Fuß- und Radweg erneuert.  Ansonsten erfolgt nur die Sanierung der Fahrbahn.
Peter Seifert (l.) und Willli Resag vom Gubener Unternehmen ULT verlegen Pflaster im Bereich der Bushaltestelle in der Flemmingstraße. Nur hier wird auch der Fuß- und Radweg erneuert. Ansonsten erfolgt nur die Sanierung der Fahrbahn. FOTO: LR / Silke Halpick
Guben. Sanierung der Flemmingstraße in Guben liegt im Zeitplan. Straßenarbeiter trotzen der Hitze. Von Silke Halpick

Es ist kurz vor 10 Uhr, und Peter Seifert läuft bereits der Schweiß in Strömen über die Stirn. Mit seinem Besen kehrt er über frisch verlegte Pflastersteine entlang des Fußweges in der Flemmingstraße. Trotz der aktuellen Rekordhitze läuft die Baumaßnahme in der Obersprucke weiter. „Wir liegen im Zeitplan“, betont Sven Rogosky, Baufachbereichsleiter im Gubener Rathaus.

„Was sein muss, muss sein“, sagt Seifert mit einem Lächeln im Gesicht. Seit mehr als 20 Jahren arbeitet er nun schon im Straßenbau. Heiße Sommer sind ihm nicht unbekannt. Öfter mal eine Pause im Schatten und viel trinken, das ist sein Rezept, um Temperaturen von von fast 50 Grad Celsius in der Sonne auszuhalten. Arbeitsbeginn ist um 7 Uhr. „Noch zeitiger geht nicht, weil hier Wohnhäuser angrenzen“, erklärt er.  Schluss sei, wenn der Chef es sagt. Momentan sind das ein, zwei Stunden früher als üblicherweise.

Schon seit Mitte Mai ist die Flemmingstraße zwischen Cottbuser und Corona-Schröter-Straße für den Autoverkehr gesperrt. Zunächst wurde die Trinkwasserleitung durch den Gubener Wasser- und Abwasserzweckverband (GWAZ) erneuert, wie Rogosky berichtet. „Aktuell wird der Regenwasserkanal verlegt“, sagt der Baufachbereichsleiter. Geplant ist der Anschluss an das Rückhaltebecken am Reichenbacher Berg.

„Bei diesen Arbeiten sieht man nicht jeden Tag einen Fortschritt“, räumt Rogosky ein. Seinen Angaben zufolge liegt die Baumaßnahme im Zeitplan. Voraussichtlich bis Ende Oktober soll der erste Abschnitt fertig sein. Mit dem Abschluss der Gesamtmaßnahme rechnet er Ende Dezember 2018. „So steht es auch auf dem Bauschild“, betont er.

„Dreh- und Angelpunkt“ ist die Zufahrt über die Platanenstraße, wie Rogosky erklärt. Nur über diesen Weg können die Anlieger zu ihren Häusern gelangen. Im ersten Bauabschnitt wird die Schwarzdecke zunächst bis dahin gezogen. Wenn der Bereich wieder befahrbar ist, kann mit dem Ausbau des hinteren Teils der Flemmingstraße begonnen werden.

Nicht angefasst werden der Rad- und Gehweg. „Weil uns dafür die finanziellen Mittel fehlen“, begründet der Baufachbereichsleiter. Rund 700 000 Euro kostet die reine Straßensanierung. Finanziert wird das Projekt zu 100 Prozent aus Fördermitteln, die der Bund über das Kommunalinvestitionsprogramm zur Verfügung stellt. Als finanzschwache Kommune erhielt Guben im Dezember 2015 eine Pauschalsumme von 2,1 Millionen. Das Geld floss in Infrastruktur und Kitas.

Mit Mehrkosten rechnet Rogosky allerdings aufgrund der neu gewählten Belastungsklasse. Zahlen nennt er nicht. Laut Planung war ursprünglich die Belastungsklasse 1,8 vorgesehen, die für mehr als eine Million Fahrzeuge mit einem Gewicht von zehn Tonnen ausgelegt ist. Die Stadtverordneten entschieden sich aber für die nächst höhere Kategorie 3,2, die mehr als 1,8 Millionen Schwertransportern aushält.

„Für beide Varianten gibt es gute Argumente“, sagt Rogosky heute. Eine sechs Zentimeter dicke Asphaltbinderschicht wird jetzt zusätzlich in die Flemmingstraße eingebaut. Im Gegenzeug reduzieren sich die Schotter- und Asphalttragschicht. Die Abgeordneten begründeten ihre Wahl damit, dass die Straße eine potenzielle Umleitungsstrecke ist. Das war bereits beim Neubau der Brücke in der Karl-Marx-Straße der Fall. Möglicherweise wird sie das auch wieder, falls der Landkreis die Karl-Marx-Straße doch einmal saniert.