ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 01:26 Uhr

Party-Zeit im alten Filmtheater

Selbst nach 1 Uhr warteten noch viele Gäste auf ihren Einlass zur Party im einstigen Filmtheater „Friedensgrenze“. Foto: Thomas Engelhardt
Selbst nach 1 Uhr warteten noch viele Gäste auf ihren Einlass zur Party im einstigen Filmtheater „Friedensgrenze“. Foto: Thomas Engelhardt FOTO: Thomas Engelhardt
Guben. Das einstige Filmtheater „Friedensgrenze“ ist in der Nacht zum Ostersonntag erstmals seit Jahren wieder mit Leben erfüllt worden. Hunderte Gubener und Gäste der Stadt feierten dort bis in die frühen Morgenstunden eine „Studio 54“-Party. Von Thomas Engelhardt

Ostersonntag, kurz nach Mitternacht: Vor dem ehemaligen Kino an der Karl-Marx-Straße hat sich eine lange Schlange gebildet. Bis zur Alexander-Tschirch-Apotheke stehen die Wartenden. Für einige von ihnen wird es anderthalb, ja bis zu zwei Stunden dauern, ehe sie ihr Ziel erreicht haben, die Party im altehrwürdigen Haus, in dem früher die großen Kinohits zu sehen waren.

In dieser Nacht sind es musikalische Hits, die die Leute anlocken. „Studio 54“ lautet das Motto. Es erinnert an einen gleichnamigen Club in New York. „Das war ein ausgefallener Laden, der in der Disko sparte Musikgeschichte geschrieben hat“, erläutert Partyorganisator Lutz Bulda. Genau daran soll die Gubener Fete erinnern.

Bulda ist selbst überrascht über den Ansturm: „So extrem hätte ich mir das nicht vorgestellt.“ Offenbar sei die Neugier der Gubener groß. Schon bald tauchen die ersten Probleme auf. Eine Mitstreiterin eilt herbei: „Lutz, an der Garderobe wird's eng.“ Die Zahl der Kleiderbügel ist zu gering. Und im weiteren Verlauf geht den Leuten am Einlass das Kleingeld aus. Einige Besucher, die den Eintritt von acht Euro nicht passend zahlen können, müssen stattdessen zehn Euro auf den Tisch legen.

Wer schließlich im einstigen Kinosaal angelangt ist, erlebt eine Party im außergewöhnlichen Ambiente. An der Decke hängt eine große Diskokugel. Fast alle Stühle sind entfernt. Nur im hinteren Bereich, wo sich einst die besten Kinoplätze befanden, sind einige wenige Sitze übriggeblieben. In diesem Bereich haben die DJs ihre Anlagen aufgebaut. Auf der Bühne befindet sich eine Bar. Von dort lässt sich das Treiben der Tanzwütigen gut beobachten. 14 Tage lang haben Lutz Bulda und seine Helfer gerackert, um das Kino herzurichten.

„Wir haben die Bestuhlung und das Parkett herausgerissen, den Sanitärbereich erneuert, Rohre geflickt, den Strom wieder hergestellt.“

Mehr und mehr füllt sich der Saal. Die Stimmung unter den Gästen ist prächtig. Maximal drei Veranstaltungen hat das Bauamt zunächst zugelassen. Lutz Bulda, für den die Party die erste große Veranstaltung ist, die er in Eigenregie auf die Beine gestellt hat, will dieses Maximum auf alle Fälle ausschöpfen, verweist auf die guten Gespräche mit Bürgermeister Klaus-Dieter Hübner. „Aber man muss natürlich auch erst einmal abwarten, wie die Anwohner reagieren.“

Das könnte unter Umständen ein Problem werden. Schließlich warten noch weit nach 1 Uhr Gäste vor dem einstigen Kino. Einige halten sich singend bei Laune, ein paar Flaschen gehen zu Bruch. Es gibt für Lutz Bulda und seine Helfer also noch ein paar Probleme auszuräumen, damit es auch eine zweite und dritte Auflage der Party im Kino geben kann.Mit den unterschiedlichsten Erwartungen waren die Besucher der „Studio 54“-Party ins ehemalige Kino an der Karl-Marx-Straße gekommen.

Robert Lehmann wollte „mit Freunden einmal gucken, was sie daraus gemacht haben“. Er habe das Haus als Kind noch als Kino erlebt.

Ähnliches galt für Maria Schöler. „Ich kann mich aber nicht wirklich mehr daran erinnern.“ Sie wolle schauen, wie es heutzutage im Haus aussieht.

Nadine Schulz (r.) und ihre Freundin Franziska Lieske konnten sich noch gut an jene Zeiten erinnern, als im Filmtheater Kinohits über die Leinwand flimmerten. „Wir haben hier Godzilla geguckt und den König der Löwen“, erinnerte sich Nadine Schulz. Die Party sei einmal etwas ganz anderes. „Ich finde, die haben das hier ganz gut gemacht“, sagte Franziska Lieske.

Randy Andro lockte vor allem das Motto „Studio 54“ und damit die Diskomusik an. „Das sieht hier sehr interessant aus. Eigentlich könnte man das als Location so lassen“, sagte der Gubener, der sich für die Party extra eine Perücke aufgesetzt hatte.