| 20:14 Uhr

Partnerschaftsbörse Euroregion

Carsten Jacob, Harald Altekrüger, Czeslaw Fiedorowicz und Bozena Buchowicz, Chefin der Euroregion-Geschäftsstelle in Gubin (v.l.).
Carsten Jacob, Harald Altekrüger, Czeslaw Fiedorowicz und Bozena Buchowicz, Chefin der Euroregion-Geschäftsstelle in Gubin (v.l.). FOTO: D. Schauff
Spree-Neiße/Cottbus. "Möge die Sonne immer über unserer Euroregion scheinen", sagte Harald Altekrüger (CDU), Landrat des Spree-Neiße-Kreises und Präsident der deutschen Euroregion Spree-Neiße-Bober absichtlich pathetisch. Allerdings knallte am Freitag tatsächlich nicht nur wörtlich die Sonne auf die Geschäftsstelle in der Berliner Straße in Guben, sondern auch im bildlichen Sinne. Daniel Schauff

220 000 Euro gibt es für die Euroregion aus EU-Mitteln. Das ist schön für die Euroregion, könnte aber noch viel schöner für Vereine, Stiftungen, Verwaltungen und andere Institutionen in Cottbus, Spree-Neiße und in der südlichen Wojewodschaft Lubuskie werden. Denn mit dem Geld finanziert die Euroregion das sogenannte Partnerschaftsprojekt. Was an sich noch wenig aussagekräftig klingt, beinhaltet aber das Vorhaben beider Euroregion-Seiten, die Partnerschaften dies- und jenseits der Neiße ordentlich zu stärken. Und das, obwohl Spree-Neiße-Bober bereits jetzt diejenige der vier deutsch-polnischen Euroregionen ist, die das meiste Geld an Fördermittelnehmer vermittelt, wie der polnische Präsident der Euroregion, Czeslaw Fiedorowicz, stolz betonte.

Den Spitzenplatz wird Spree-Neiße-Bober wohl vorerst verteidigen können, denn Teil des Partnerschaftsprojektes ist die Ermittlung der Orte und Institutionen, die bislang kaum oder noch gar nicht in den Genuss einer Förderung zum Beispiel für Begegnungsprojekte gekommen sind. Das Gebiet der Euroregion werde im Zuge des Projekts gewissermaßen neu vermessen, sagt Geschäftsführer Carsten Jacob. Herauskommen soll eine Aufstellung zu Potenzialen und "weißen Flecken". In der Folge, sagt Jacob, werde man auch aktiv auf Institutionen zugehen und für die Fördermöglichkeiten zum Beispiel im Rahmen des Kleinprojektefonds werben. Wer also nach der Analyse als "potenzieller Träger" bewertet wird, bekommt von der Euroregion ein Schreiben mit einer Einladung zu Workshops rund um das Ausrichten von Partnerschaftsprojekten. Die Workshops, sagt Jacob, fänden im ganzen Gebiet der Euroregion statt, sodass möglichst vielen Interessenten die Gelegenheit zur Teilnahme gegeben wird und keine mitunter lange Fahrt nach Guben notwendig ist.

Zwei Partnerschaftsbörsen, bei denen deutsche und polnische Institutionen in Kontakt treten können sowie eine Internetdatenbank, die über eine Anwendung für Mobiltelefone Informationen zu Partnern im jeweils anderen Land liefern soll, sind ebenfalls Teil des Partnerschaftsprojektes.

Zusammenfassen lässt sich das Projekt als "ordentliches Werbetrommel rühren" für die Förderungen, die im Rahmen des Interreg-Programms der Europäischen Union sogar kleinsten Institutionen in Cottbus und Spree-Neiße zur Verfügung stehen können. Die EU steckt nahezu eine Viertelmillion Euro ins Projekt, nur um danach noch mehr Euros ins Grenzgebiet zwischen Polen und Deutschland fließen zu lassen. Die Voraussetzungen für ein noch engeres Zusammenwachsen der beiden Regionen östlich und westlich der Neiße sind also ebenso sonnig wie der Tag, von dem Altekrüger sprach. Wichtig sei das Zusammenwachsen in jedem Fall, betonte Fiedorowicz. Denn oft gebe es zwischen Polen und Deutschen weiterhin Missverständnisse, die es gar nicht geben müsse, so der Präsident.