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| 16:32 Uhr

#Partner2020
Partnerschaft in Polen gesucht?

Rund 20 Interessierte lauschten dem Dienstagabend dem Vortrag von Carsten Jacob,  Geschäftsführer der Euroregion Spree-Neiße-Bober.
Rund 20 Interessierte lauschten dem Dienstagabend dem Vortrag von Carsten Jacob, Geschäftsführer der Euroregion Spree-Neiße-Bober. FOTO: Michèle-Cathrin Zeidler
Guben. Die Euroregion Spree-Neiße-Bober sieht für Vereine viel Potenzial jenseits der Grenze.

Wie können deutsch-polnische Kooperationen entwickelt werden, und wie kann die Euroregion diese Projekte unterstützen – um diese Fragen ging des am Dienstagabend im Rahmen der Partnerschaftstour der Euroregion Spree-Neiße-Bober im Ausstellungsraum der Stadtverwaltung Guben. „Aktuell gibt es 412 deutsch-polnische Partnerschaften“, weiß Carsten Jacob aus einer Untersuchung. Aber der Geschäftsführer der Euroregion Spree-Neiße-Bober sieht noch viel Luft nach oben: „Den bestehenden Partnerschaften steht ein Potenzial von 1000 gemeinnützigen Trägern auf der deutschen und 2500 Einrichtungen auf der polnischen Seite gegenüber.“ Deutschland sei der kleinere Partner der Euroregion und genieße dadurch Vorteile. „Es gibt genug Möglichkeiten, den richtigen Partner auf polnischer Seite zu finden“, versichert Carsten Jacob.

Die Euroregion Spree-Neiße-Bober will bei dieser Suche helfen. „Wir begleiten das Projekt von der Antragsstellung bis zur Abrechnung“, sagt Projektmitarbeiterin Marta Wyspianska. Um die Suche nach einem Projektpartner in Zukunft zu erleichtern, plant die Euroregion eine Datenbank. „Ende 2018 soll die Datenbank online gehen. Dann findet man mit wenigen Klicks einen passenden Partner“, versichert Marta Wyspianska. „Außerdem wollen wir demnächst in Guben eine Partnerschaftsbörse durchführen.“

Um die Sprachbarriere abzubauen, bietet die Euroregion außerdem Sprachkurse an. „Bereits mit ein paar Floskeln sollte man sich nicht scheuen, mit potenziellen Partnern in Kontakt zu treten“, ermutigt Marta Wyspianska. Auch von der Kurzfristigkeit der polnischen Partner solle man sich nicht abschrecken lassen. „Die Zeitwahrnehmung ist einfach eine andere“, weiß die gebürtige Polin. Um Sicherheit zu haben, empfiehlt sie eine Partnerschaftsvereinbarung. Muster dazu hat die Euroregion erarbeitet. „Damit die Partnerschaft lange hält, ist eine gemeinsame Auswertung am Ende des Projektes besonders wichtig“, betont sie. Auch diese Treffen könnten gefördert werden.

„Leider gibt es noch immer Stereotypen und Vorurteile, die wollen wir mit dem Kleinprojektefonds abbauen“, sagt Projektmanager Zbigniew Pantkowski. „Da dieser neun Förderbereich umfasst, kann fast jede deutsch-polnische Maßnahme abgedeckt werden.“ Bei der Antragsstellung sei Gemeinnützig eine Voraussetzung, Privatpersonen seien nicht antragsberechtigt. In der Vergangenheit wurde die degressive Förderung, durch die mehrmals durchgeführte Veranstaltungen mit jedem Jahr weniger Förderung erhielten, kritisiert. „Das gibt es nicht mehr“, stellt Zbigniew Pantkowski klar. „Wir wollen lange und traditionelle Partnerschaften nicht bestrafen.“ Alle Projekte würden mit 85 Prozent gefördert. „Dieser hohe Anteil ist selten in der EU“, hebt Carsten Jacob hervor.

Guben ist bereits die siebte Station der Partnerschaftstour. Seit März ist die Euroregion Spree-Neiße-Bober unterwegs und war bereits in Döbern, Burg, Peitz, Cottbus, Neuhausen und Spremberg. „Schenkendöbern und Forst stehen noch aus“, weiß der Geschäftsführer. Pa­rallel tourt aktuell auch die Euroregion Sprewa-Nysa-Bóbr durch ihr Verbreitungsgebiet.

Mit der Resonanz ist Carsten Jacob bisher sehr zufrieden: „Insgesamt haben über 110 Ehrenamtliche unsere Veranstaltungen besucht.“ Ihm gefällt besonders der informelle Charakter. „Wir kommen mit den Leuten ins Gespräch und können Hemmungen abbauen“, so Jacob. Im Nachgang der Veranstaltungen hätten einige Vereine bereits einen Gesprächstermin vereinbart: „Im nächsten Jahr werden wir wieder eine Partnerschaftstour machen.“

(Zeidler)