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| 17:35 Uhr

Grüne Feigen und Bananen in Lausitzer Kleingarten-Paradies
Ein Gubener mit grünem Daumen

 Riesenzitrone: Gleich vier davon hingen an dem noch gar nicht so großen Baum. Bauer zieht, was essbar ist. Seine Lebensgefährtin kümmert sich derweil um Rabatte.
Riesenzitrone: Gleich vier davon hingen an dem noch gar nicht so großen Baum. Bauer zieht, was essbar ist. Seine Lebensgefährtin kümmert sich derweil um Rabatte. FOTO: LR / Daniel Schauff
Guben. Joachim Bauer hat sich ein kleines Paradies erschaffen. Er holt sich die Welt in seinen Garten. Demnächst kann er sogar Bananen ernten. Von Daniel Schauff

Wo der Garten ist, will Joachim Bauer gar nicht so genau verraten. Mit gutem Grund.

Oft schon sei in seiner Parzelle eingebrochen worden, sagt er. Und das will er nicht herausfordern. Zeigen, was da in seinem Garten wächst, will er aber sehr wohl. Wer kann im nächsten Jahr schon Bananen von der eigenen Pflanze ernten?

Täglich geht es für Bauer in den Garten. Viel Arbeit, die nur möglich ist, weil der 68-Jährige mittlerweile Rentner ist. Bis er 60 war, erzählt er, hat er im Plastinarium gearbeitet, hat selbst plastiniert, bis er gehen musste. Er war einer derjenigen, die im Zuge einer großen Entlassungswelle die Gubener Plastinate verlassen mussten. Acht Jahre ist das jetzt her. Bauer erzählt von den vielen Reisen, die er zur Zeit bei Gunther von Hagens unternommen hat. USA, China, Bauer hat viel gesehen.

Jetzt hat er sich ein bisschen Welt in den eigenen Garten geholt. Und bewirtschaftet Letzteren mit einem ganz offensichtlich sehr großen Grünen Daumen. Bauer muss sich erst durch die Blättermassen kämpfen, bis er fündig wird. „Versuchen Sie mal, eine Grüne Feige in einem grünen Baum zu finden“, sagt er. Die Grüne Feige sei eine Seltenheit in der Gegend, sagt er.

 Bananen hat auch nicht jeder im Garten. Bauer eine ganze Menge davon. Die Pflanzen überragen ihn deutlich.
Bananen hat auch nicht jeder im Garten. Bauer eine ganze Menge davon. Die Pflanzen überragen ihn deutlich. FOTO: LR / Daniel Schauff

Was im Garten wächst, kommt auf den Tisch, so Bauer. Rabatten seien nicht so sein Ding, er beschäftige sich lieber mit den Gewächsen, die man essen kann. Bauers Lebensgefährtin sieht das anders. Sie bewirtschaftet den Garten nebenan, den zieren Blumen in allen Farben.

Es sei schon faszinierend, wie schwer Früchte sein können und der Baum sie immer noch tragen könne, sagt der 68-Jährige und deutet auf eine riesige Zitrone, die an einem noch eher kleinen Baum hängt. Vier dieser Früchte habe der Baum getragen, eine ist noch übrig.

 Bauer: „Suchen sie mal eine Grüne Feige in einem grünen Baum.“
Bauer: „Suchen sie mal eine Grüne Feige in einem grünen Baum.“ FOTO: LR / Daniel Schauff

Der fehlende Nachwuchs bei den Kleingärtnern bereitet auch ihm Sorgen. In der Anlage, in der seine Parzelle wächst und gedeiht, sind einige Nachbarparzellen leer. Ein Problem, mit dem fast alle Kleingartenanlagen kämpfen. Dabei – und das wird bei Joachim Bauer mehr als deutlich – kann ein Garten für eine Menge Freude sorgen. Und für Bananen aus eigenem Anbau.