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| 01:32 Uhr

Pädagogin mit Herz und Verstand

Guben. Berit Kreisig ist die neue Leiterin der Gubener Europaschule „Marie & Pierre Curie“. Die 41-Jährige trat die Nachfolge von Ulrike Dunkel an. Für ihre neue Tätigkeit hat sie sich klare Ziele gesetzt. Von Thomas Engelhardt

Gänzlich neu ist die Tätigkeit als Schulleiterin für Berit Kreisig nicht. Im Schuljahr 2005/2006, dem letzten am Standort an der Goethestraße, leitete sie kommissarisch die Copernicus-Realschule.

Nun ist sie im Auswahlverfahren zur Leiterin der Europaschule ernannt worden. „Ich bin mit Herz und Seele Pädagoge“, begründet Berit Kreisig, warum sie sich für das Amt beworben hat. „Ich finde es wunderschön, den Kindern jeden Tag etwas beibringen zu können, aber auch, die materiellen Voraussetzungen dafür zu schaffen. Genau so schön finde ich das Wechselbad von Erfolg und Misserfolg. Der Misserfolg gehört zu meinem Beruf einfach dazu.“ Und weiter sagt sie: „Schule sollte als Lebensraum gestaltet werden. Dabei müssen alle, Lehrer wie Schüler, einbezogen werden.“

Seit dem Jahr 1995 ist Berit Kreisig als Lehrerin tätig, war bereits an neun verschiedenen Schulen. Aus diesen Erfahrungen hat sie ihre Prämissen für ihre künftige Arbeit an der Europaschule abgeleitet. Weit oben steht das Praxislernen. So gehen die Mädchen und Jungen ab der 9. Klasse wöchentlich für einen Tag in die Praxis. Dafür seien Gubener Unternehmen als Partner gewonnen worden. „In der Praxis lernen die Schüler am einfachsten“, ist Berit Kreisig überzeugt. Doch das Praxislernen finde nicht nur außerhalb, sondern auch direkt vor Ort, in der Schule, statt. Ob Gesundheitstage, Betriebsbesichtigungen oder ein Bewerbungstraining – all dies sei Bestandteil des praxisorientierten Unterrichts. Generell gelte: „Über Unterricht muss man immer neu nachdenken.“

Ein weiterer wichtiger Aspekt ihrer Arbeit sei der der Ganztagsschule. „Wir wollen in diesem Bereich noch stärker werden.

Da geht es zum Beispiel um Abläufe und Regularien im Haus, aber auch um Fragen der Betreuung vor dem Unterricht.“ Fortgeführt werde zudem die so genannte 2.-Chance-Schule, ein Projekt für aktive und passive Schulverweigerer, das in Kooperation mit dem „Haus der Familie“ durchgeführt werde.

Eine wichtige Rolle werden an der Europaschule auch künftig die internationalen Beziehungen spielen. Mitte Oktober finden innerhalb des Comenius-Projektes drei Tage unter dem Motto „Die sich bewegen sind den anderen überlegen“ statt. „Dann erwarten wir Gäste aus Polen, den Niederlanden, Frankreich, Luxemburg und Deutschland. Das wird einer der Höhepunkte dieses Schuljahres“, blickt Berit Kreisig voraus. Ein weiterer soll die Beteiligung der Bildungseinrichtung am Festumzug zum 775-jährigen Bestehen der Neißestadt im kommenden Jahr werden.