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| 16:08 Uhr

Hobby
Alte Technik aufpoliert

Frank Pritzsche startet in seinem Bentley Roadster zur fünften Oldtimer-Rallye. Hinter ihm folgen Norbert Niksch und seine wettkampf-erfahrene Beifahrerin.
Frank Pritzsche startet in seinem Bentley Roadster zur fünften Oldtimer-Rallye. Hinter ihm folgen Norbert Niksch und seine wettkampf-erfahrene Beifahrerin. FOTO: LR / Silke Halpick
Guben. Gubener Oldtimerverein startet dreitägige Rallye durch das Nachbarland Polen. Von Silke Halpick

Das lässt nicht nur Männerherzen höher schlagen: 35 auf Hochglanz polierte Oldtimer starten in Guben zur deutsch-polnischen Rallye. Drei Tage sind die Fahrzeuge auf einem 320 Kilometer langen Rundkurs unterwegs. Pünktlich zum Appelfest werden die motorisierten Schmuckstücke aber zurück in Guben erwartet. Am Sonntag ab 12 Uhr können sie auf dem Wilkeplatz bewundert werden.

„Sie hat Benzin im Blut“, sagt Norbert Nicksch lachend und zeigt auf seine Mitfahrerin. Reinhild Tracksdorf fuhr zur DDR-Zeiten echte Rallyes und nahm an Meisterschaften teil. Eine Silbermedaille hat sie als Mittzwanzigerin geholt. Doch das sei lange her, sagt sie. Geblieben ist die Liebe zu Autos.

Das vereint auch die Mitglieder des Gubener Oldtimervereins, der die Rallye organisiert. Alle zwei bis drei Jahre gibt es eine gemeinsame Ausfahrt. Die Route werde immer gewechselt, wie Vereinschef Frank Pritzsche betont. Erste Station ist diesmal die Stadt Zagan, dann folgt Głogów an der Oder. Über Zielona Gora geht es zurück. Schlossbesichtigungen, ein Erntefest, eine Bootstour sowie kleine Geschicklichkeitstests gehören zum Programm. Gekürt wird auch das schönste Automobil.

Gute Chancen auf den Titel hat der englische Sportwagen der Marke Cobra. Schon in Guben findet er viele Bewunderer.  Seine Besitzer kommen aus Schlagsdorf. „Ich bin mit Herz und Seele dabei“, verrät Nicole Thierbach. Viel Ehrgeiz steckt sie auch in die Auswahl des passenden Outfits für Fahrer und Beifahrer, wie sie erzählt.

Die Liebe zu Oldtimern liegt bei Mario Siegert quasi in der Familie. Auch Vater und  Onkel sind Fans restaurierter Schlitten. Der Groß Gastroser fährt einen Wartburg Cabrio, Baujahr 1959. „Einen Oldtimer zu finden, wird immer schwieriger“, erzählt er. Der Markt sei nahezu leergefegt. Viele Besitzer wollen ihre Fahrzeuge gar nicht mehr verkaufen.

Gubens Oldtimerverein ist ein reiner Männerklub, wie Pritzsche einräumen muss. Die Mitglieder stammen  aus allen Berufsgruppen – vom Schuhmacher und Schlosser bis hin zum Unternehmer. Sein erstes Auto habe er als Student  selbst aufgebaut, erzählt Pritzsche. Mittlerweile lässt er schrauben. Sein Bentley Roadster, Baujahr 1938, wurde in einer darauf spezialisierten Werkstatt montiert.

Mehr als 80 historische Fahrzeuge stellt der Verein in seinem Oldtimer-Museum aus, darunter auch viele aus DDR-Zeiten bekannte Modelle wie Schwalbe, Star, Wartburg, Trabant oder Skoda. Zu sehen ist auch ein Motorrad der Marke MZ, das zum Personenschutz von Erich Honecker eingesetzt war.

Das Oldtimer-Museum in Guben ist das einzige im Osten Deutschlands. Geöffnet hat es immer samstags von 10 bis 16 Uhr im zweiten Geschoss des Hoffmann-Möbelhauses. Individuelle Besichtigungstermine können unter Telefon 03561 555455 vereinbart werden.

Ein Schmuckstück ist der britische Cobra-Rennwagen.
Ein Schmuckstück ist der britische Cobra-Rennwagen. FOTO: LR / Silke Halpick
Mario Siegert (r.) nimmt mit seinem Wartburg Cabrio erstmals an der Ausfahrt teil.
Mario Siegert (r.) nimmt mit seinem Wartburg Cabrio erstmals an der Ausfahrt teil. FOTO: LR / Silke Halpick