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| 01:03 Uhr

Ökologische „Bombe“ in der Stadt

Gubin.. Die Gubiner Ökologen haben sich im Zusammenhang mit dem geplanten Bau einer neuen Tankstelle mit einem Appell gegen diese Investition an die Bürger gewandt. Der Appell hat die Form eines offenen Briefes. (kf)


Die Umweltschützer protestieren sowohl gegen den geplanten Standort in der Altstadt, am ehemaligen Werdergraben, als auch gegen das erteilte Versprechen, dass der Bau genehmigt wird. Besonders beunruhigend sei das persönliche Engagement des Bürgermeisters.
Schon seine Entschlossenheit, mit der er den Bau einer Tankstelle an der Schwimmhalle anstrebte, habe zu denken gegeben, heißt es in dem Appell. Der Protest des Polnischen Ökologischen Klubs zeigte in dem Fall allerdings Wirkung, so dass der Investor verzichtete.
In dem offenen Brief heißt es weiter, dass die ökologische „Bombe“ , die jetzt in der Innenstadt geplant sei, unumkehrbare Folgen verursachen werde - für die Gesundheit der Einwohner, für die Umwelt und für die Stadtentwicklung. Denn wer wolle schon in der Nähe einer Tankstelle investieren?

Keine Garantie
Selbst heutzutage gebe es keine 100-prozentige Sicherheit, seien Explosionen oder Ver seuchungen denkbar. So sei unlängst über die Explosion einer Gastankstelle in der Türkei berichtet worden.
Die städtischen Behörden sollten ständig nach einer Verbesserung der Lebensbedingungen der Bürger streben. In dem Brief fragen die Ökologen, „ob es die Einwohner der benachbarten Straßen verdient hätten, dass sie gezwungen werden, die Ausdünstungen, Abgase und den allgegenwärtigen Gestank der Tankstelle einzuatmen.“
In der zivilisierten Welt werde der Kraftfahrzeugverkehr in den Innenstädten eingeschränkt. Es würden Promenaden, aber ganz bestimmt keine Tankstellen gebaut.
Sorgen machen sich die Ökologen auch um das Grundwasser. Bei einer Tankstelle sei nicht auszuschließen, dass Erdschichten und damit auch das Wasser verseucht würden. Erschwerend komme hinzu, dass die Tankstelle in unmittelbarer Nähe des Flusses Lubst gebaut werden soll. Die Analyse, die sich mit den Auswirkungen der geplanten Investition auf die Umwelt befasst, sei sehr oberflächlich.
Nicht zuletzt machen die Ökologen auf das Programm „Eurostadt 2030“ aufmerksam. Derartige Investitionen im historischen und zugleich künftigen Stadtkern müssten unbedingt mit der deutschen Seite abgesprochen werden.