ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 02:39 Uhr

Neuzeller kämpfen für ihre Ortsumgehung

Die Neuzeller fordern mit Plakaten den sofortigen Start des Baus der Ortsumgehung.
Die Neuzeller fordern mit Plakaten den sofortigen Start des Baus der Ortsumgehung. FOTO: Jana Pozar/zar1
Neuzelle. Die Bürgerinitiative Ortsumgehung Neuzelle kämpft weiter für den schnellen Bau der Straße, die um den Erholungsort herumführen soll. In einem Podiumsgespräch standen Politiker Rede und Antwort. Jana Pozar / zar1

Allerdings mit einem sehr ernüchternden Ergebnis: Mindestens sieben Jahre müssen die Neuzeller noch auf ihre Ortsumgehung warten.

Detlef Baer (SPD), Mitglied des Brandenburger Landtages, Martin Patzelt (CDU), Mitglied des Deutschen Bundestags, und Dierk Homeyer (SDP), Mitglied des Brandenburger Landtages, berichteten über den aktuellen Stand der Planung der Ortsumgehung. Andreas Schade vom Landesbetrieb Straßenwesen war der Einladung der Bürgerinitiative nicht gefolgt. Uta Krüger und Andrea Friedemann vertraten Schade.

"Die Ortsumgehung Neuzelle hat für die Region große Bedeutung. Sie bedeutet auch ein Stück höhere Lebensqualität für die Anwohner. Und sie ist für die Wirtschaft um Guben und Eisenhüttenstadt wichtig", betonte Martin Patzelt. Er versprach, sich im Bundestag dafür einzusetzen, soweit es ihm möglich sei. Das Geld für den Bau der Straße sei im Investitionsplan 2011 bis 2015 enthalten. "Das Bundesministerium misst dieser Ortsumfahrung hohe Bedeutung an", so Patzelt. Jetzt liege es am Land Brandenburg, die Maßnahmen so zügig wie möglich voranzutreiben. "100 Millionen Euro sind jeweils in diesem und in den nächsten vier Jahren für den Straßenbau festgesetzt. Wenn man was verbrauchen will, braucht man Projekte. Sonst gehen die Bundesmittel in andere Länder. Das kann sich Brandenburg nicht erlauben", erklärte Detlef Baer. Die Strecke von 14,3 Kilometer werde etwa 61 Millionen Euro kosten. "Im Jahr 2003 wurden das Raumordnungsverfahren und der Verkehrswegeplan vom Land bereits bestätigt", sagte Uta Krüger. Allerdings habe sich das Land acht Jahre später vorbehalten, die Trassenkorridore selbst zu kontrollieren und zu bestätigen. "Zuvor galt sowohl die Ortsumfahrung Neuzelle als auch die Ortsumfahrung Eisenhüttenstadt als ein Vorhaben. Das wurde vom Bund geändert", erklärt Krüger. Also musste der Plan nochmals geändert werden. "In den acht Jahren haben wir umfangreiche und aufwendige Leistungen erbracht. Es wurden Vermessungen des Geländes, Baugrunderkundungen durchgeführt und an der Entwurfsplanung gearbeitet. Das braucht seine Zeit", erklärte Uta Krüger. Seit 2011 werden nun die Unterlagen auf den neuesten Stand gebracht, "weil die Pläne von 2003 zu alt waren", so Krüger. Wenn die Ortsumgehung Neuzelle/Eisenhüttenstadt im Investitionsplan bleibt, könne auf den alten Entwürfen aufgebaut werden. Allerdings: Der Planungszeitraum für die Entwürfe dauert zwei Jahre. Hinzu kommt die Erarbeitung der Planfestellungsunterlagen innerhalb eines Jahres, und das Planfeststellungsverfahren, das nach etwa zwei Jahren abgeschlossen werden kann. "Wenn keine Klagen oder Einsprüche kommen", sagte Uta Krüger. Die Ausführungsplanung dauert dann nochmals etwa zwei Jahre. Das bedeutet, dass die Neuzeller mindestens noch sieben Jahre auf ihre Ortsumgehung warten müssen. Krüger gab zu, dass Planungsunterlagen noch immer beim Land liegen. Sie sollten jedoch längst dem Bund vorliegen. Homeyer versprach letztlich den Neuzellern, Druck zu machen, dass die Unterlagen schnell im Fach-Ministerium des Bundes vorgelegt werden können. Wenn das Okay von dort käme, könne weiter geplant werden. "Wir müssen Druck machen, denn die Ortsumgehung muss als oberste Priorität angesehen werden", so Homeyer.

Neuzelles Bürgermeister zeigte sich entsetzt über den langen Zeitraum, in dem nichts Sichtbares passiert ist. "Das kann kaum einer nachvollziehen", so Baesler. "Ich bin froh, dass die Bürgerinitiative jetzt Druck von unten macht. Die Planung muss vorangetrieben werden. Es darf keine sieben Jahre dauern, höchstens fünf", fügte er er hinzu. "Diese Trasse wird fertig gebaut. Es ist nur eine Frage der Zeit", versicherte Martin Patzelt.