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| 19:14 Uhr

Bauvorhaben
Neues Gesicht für Gubens Bahnhof

Der Bahnhofsvorplatz in Guben soll im nächsten Jahr neu gestaltet werden.
Der Bahnhofsvorplatz in Guben soll im nächsten Jahr neu gestaltet werden. FOTO: Daniel Schauff
Guben. Umgestaltung des Vorplatzes kostet 1,6 Millionen Euro. Fertigstellung erst Ende 2018. Von Silke Halpick

Großprojekte brauchen ihre Zeit. Das gilt auch für die Neugestaltung des Bahnhofsvorplatzes in Guben. Hoffnungsvoll hatte die Stadtverwaltung im Mai vergangenen Jahres den Baustart für Ende 2016 in Aussicht gestellt. Der Termin ist längst verstrichen. Nun wird mit der Fertigstellung bis Ende 2018 gerechnet. Das knapp 1,6 Millionen Euro teure Projekt wird komplett über Fördermittel finanziert. Ihren überarbeiteten Entwurf für die Gestaltung der rund 403 Meter langen Zufahrt bis zum Bahnhof stellten die Planer der Ingenieurgesellschaft IGF aus Frankfurt/Oder auf der jüngsten Sitzung des Wirtschaftsausschusses vor. Unmittelbar vor dem Bahnhofsgebäude ist eine Wendeschleife für den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) sowie überdachte Haltestellen für die Fahrgäste eingeplant. Bereits einige Meter davor müssen die Autofahrer in einem zweiten, kleineren Kreisel wenden. 63 Pkw-Stellplätze sollen entlang des Bahnhofsberges entstehen, in die schräg eingeparkt wird. Damit kommen die Planer den Wünschen der Gubener Stadtverordneten entgegen. Im ersten Entwurf waren nur  52 Parkplätze vorgesehen, was entsprechend einer Zählung des Ordnungsamtes auch als ausreichend eingeschätzt wird. Durchschnittlich 45 Dauerparker und fünf Kurzzeitparker stellen aktuell ihre Autos vor dem Bahnhof ab. Für Fahrradfahrer sind sowohl abschließbare Fahrradboxen als auch herkömmliche Bügelständer vorgesehen.

Nach der Neugestaltung des Platzes soll es auch wieder eine öffentliche Toilette hier geben. Die Planer stellen einen kompakten Containerbau vor, der im Innenbereich mit der Skyline Gubens und im Außenbereich mit einem Stadtplan ausgerüstet werden kann. Schon seit vielen Jahren ist die öffentliche Toilette im Innern des Bahnhofsgebäudes gesperrt, weil es immer wieder  Vandalismusschäden gab. Die fehlende Toilette ist immer wieder Anlass für Kritik.

Mehrere Ladestationen für Elektroautos und E-Bikes sollen entstehen, deren Anzahl bei entsprechender Nachfrage weiter erhöht werden kann. „Der Ruf nach E-Mobilität wird immer lauter“, sagt Sven Rogosky, Baufachbereichsleiter im Gubener Rathaus. Vorgesehen sind Leerrohre zu den Parkplätzen, um später das Pflaster nicht wieder „aufreißen“ zu müssen. Eine neue Trafo-Station plant die Energieversorgung Guben (EVG), was die Möglichkeiten der Kapazitätserweiterung erheblich erhöhe.

Während der Bauphase wird es zu Einschränkungen für den Verkehr sowie bei den vorhandenen Parkmöglichkeiten kommen. Das kündigt Sven Rogosky bereits jetzt an. Geplant ist eine abschnittsweise Realisierung des Projektes. Betroffene können in dieser Zeit auch Parkplätze in der Bahnhofstraße nutzen. Von dort aus führt ein Fußgängertunnel der Deutschen Bahn auf den Bahnhof.

Knapp 1,6 Millionen Euro kostet die Neugestaltung des Bahnhofsvorplatzes. Der Großteil des Geldes (1,2 Millionen Euro) kommt vom Landesamt für Bauen und Verkehr, das schon im Jahr 2010 Fördermittel für den Ausbau im Rahmen des ÖPNV-Invest-Programms genehmigte. Damals gab es viel weitreichendere, visionäre Ideen für den deutsch-polnischen Verkehrsknotenpunkt – vielen noch unter dem Schlagwort Europan bekannt. Realisiert wurde davon nichts, auch weil die Deutsche Bahn die dafür nötigen Grundstücke und Gleisanlagen nicht verkaufte. Der restliche Betrag in Höhe von knapp 400 000 Euro fließt aus dem Kommunalinvestitionsprogramm des Bundes sowie aus Fördermitteln für finanzschwache Kommunen.

Von der Neugestaltung ausgeschlossen bleibt das Bahnhofsgebäude selbst. Die Deutsche Bahn hatte das denkmalgeschützte Gebäude samt der dazugehörigen Flächen von 4700 Quadratmetern der Stadt Guben mehrfach zum Kauf angeboten. Da es keine finanzierbaren Nutzungsmöglichkeiten dafür gab, wurde der Kauf von den Stadtverordneten abgelehnt.