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| 11:01 Uhr

Monument in Guben
Neues Buch über das umstrittene Denkmal für Wilhelm Pieck

Nach einer jahrelangen heftigen Diskussion wurde das Wilhelm-Pieck- Denkmal schließlich 2014 für 65000 Euro saniert. Zwischenzeitlich wollte die Stadt das Denkmal sogar aus der Brandenburger Denkmalliste streichen lassen. Warum diese Bemühungen erfolglos blieben verrät das Buch vonJuliane Hupka.
Nach einer jahrelangen heftigen Diskussion wurde das Wilhelm-Pieck- Denkmal schließlich 2014 für 65000 Euro saniert. Zwischenzeitlich wollte die Stadt das Denkmal sogar aus der Brandenburger Denkmalliste streichen lassen. Warum diese Bemühungen erfolglos blieben verrät das Buch vonJuliane Hupka. FOTO: Michèle-Cathrin Zeidler
Guben. Unbequem, aber wichtig für Nachwelt: Die junge Berliner Bauforscherin Juliane Hupka betont in ihrem Buch den Denkmalwert des Monuments für den früheren DDR-Präsidenten Wilhelm Pieck in Guben. Von Michèle-Cathrin Zeidler

Das Wilhelm-Pieck-Denkmal in Guben ist umstritten. Während sich die Stadt bald nach der Wende von ihrem Beinamen „Wilhelm-Pieck-Stadt“ trennte, blieb das Denkmal zu Ehren des einzigen DDR-Präsidenten in der Klaus-Herrmann-Straße bestehen. Mit der Diskussion um dieses „unbequeme“ Denkmal befasst sich ein kürzlich veröffentlichtes Buch.

In „Erhaltung oder Demontage? Das Wilhelm-Pieck-Denkmal in Guben erzählt Geschichte und Geschichten“ setzt sich Juliane Hupka mit dem Umgang von Denkmälern aus der Zeit der DDR auseinander.

„Das Buch basiert auf meiner Masterarbeit“, erzählt die junge Autorin. Um sich zu spezialisieren, studierte Juliane Hupka von 2016 bis 2018 an der Technischen Universität Berlin Denkmalpflege und historische Bauforschung. „Durch meinen Dozenten Dr. Thomas Drachenberg, den brandenburgischen Landeskonservator, kam ich dann auf die Idee, dass Denkmal in Guben in den Mittelpunkt meiner Arbeit zu stellen“, sagt Hupka.

Einen Bezug zur Neißestadt hat sie nicht, allerdings war sie mehrfach zu Studienzwecken in Guben. „Aus Sicht des Denkmalschutzes ist das Wilhelm-Pieck-Denkmal ein bedeutsames Denkmal“, so Juliane Hupka über das 1976 aufgestellte Monument. Entscheidend für die Einstufung als Denkmal ist dabei die geschichtliche, wissenschaftliche, künstlerische und städtebauliche Bedeutung des Objekts. „Dabei nimmt der Denkmalschutz keine Wertung vor“, betont Hupka, die seit April Volontärin in der Baudenkmalpflege der Klassik Stiftung Weimar ist.

Forscherin: Authentisches Zeugnis einer vergangenen Epoche

„Das Wilhelm-Pieck-Denkmal ist ein authentisches Zeugnis einer vergangenen Epoche“, erklärt Juliane Hupka. Es könne als Beispiel für die Propaganda in der DDR gesehen werden. Auch aus künstlerischer Sicht ist das Denkmal bedeutsam: „Die Bronzeplatten stammen beispielsweise von Gerhard Thieme.“

Der Stahlbetonkörper mit aufgehängten Bronzereliefs sei außerdem wie ein abstrahierter christlicher Altar aufgebaut. Nur werde hier nicht auf ein biblisches Thema, sondern den Sozialismus als Heilsbringer angespielt. „Das ist schon spannend“, findet Hupka. Darüber hinaus sei das Denkmal aus städtebaulicher Sicht interessant, da es einen prägnanten Platz im Wohnkomplex einnimmt.

Gerade im Falle eines unbequemen Denkmals sei die präzise Bestimmung des Denkmalwertes für eine zukünftige Erhaltung besonders wichtig. „Die Geschichte muss schließlich erhalten werden“, betont Hupka.