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| 02:37 Uhr

Neuer Einkaufstempel im polnischen Gubin genehmigt

Guben/Gubin. Ein riesiges Einkaufszentrum direkt hinter der deutsch-polnischen Grenze in Gubin wird immer wahrscheinlicher. Die Baugenehmigung für das Projekt liegt mittlerweile vor. Der polnische Investor Hosso plant mit Baubeginn im ersten Quartal 2017. Gerechnet wird mit 200 Arbeitsplätzen. Silke Halpick

Noch gibt es nur Bilder von der künftigen "Galeria Hosso". Doch diese sind schon sehr beeindruckend: Ein moderner Einkaufstempel mit rund 11 000 Quadratmetern Fläche soll dort entstehen, wo sich vor dem Zweiten Weltkrieg einst der Gubener Marktplatz befand. Heute ist das Areal direkt hinter der Gubener Grenzbrücke eine unbebaute Wiese.

Die Stadt Gubin hatte bereits Mitte vergangenen Jahres zwei Grundstücke mit jeweils 4000 Quadratmetern zum Kauf ausgeschrieben. Mittlerweile liegt auch die Baugenehmigung vor, wie Bartlomiej Bartczak, Bürgermeister von Gubin, bestätigt. Der Investor, das polnische Unternehmen Hosso mit Hauptsitz in Szczecin (Stettin), will eigenen Angaben zufolge bereits im ersten Quartal 2017 mit dem Bau beginnen. Wann mit der Eröffnung des Einkaufstempels zu rechnen ist, sei aber noch unklar, heißt es.

"Die ‚Galeria Hosso' ist bisher unsere größte Investition", erklärt Katarzyna Meger-Dziechciarz von der Marketingabteilung. Konkrete Zahlen nennt sie jedoch nicht. Die Hosso-Gruppe betreibt bereits sechs Einkaufszentren in der Woiwoidschaft Westpommern, beispielsweise in Koobrzeg (Kolberg) und Szczecinek (Neustettin). Das Unternehmen hat sich auf Gewerbeimmobilien spezialisiert.

In der Gubiner "Galeria Hosso" soll es neben Geschäften und Boutiquen auch zahlreiche Freizeitangebote speziell für Familien geben. "Fitness, Kegeln, viele Cafés und verschiedene Dienstleistungen", sagt Bartczak. Nach wie vor im Gespräch sei auch ein Kino, das es im benachbarten Guben schon seit mehreren Jahren nicht mehr gibt. Raus aus dem Rennen sind hingegen Wohnungen, die die Stadt Gubin noch in ihren ersten Planungsentwürfen vorgesehen hatte.

Mit rund 200 Arbeitsplätzen rechnet der Gubiner Bürgermeister. Bartczak hofft darauf, dass auch deutsche Geschäftsleute kommen und "den Schritt nach Polen wagen". Er sieht in der Grenzstadt Bedarf für ein Einkaufszentrum dieser Größenordnung. "Viele Gubiner fahren noch immer nach Zielona Gora", begründet er. Auch er selbst habe beispielsweise Probleme damit, einen passenden Anzug oder ein gutes Schuhgeschäft in der Doppelstadt Guben-Gubin zu finden.

"Wir sind überzeugt, dass die Investition Gubin eine sehr gute Entscheidung ist", betont auch Katarzyna Meger-Dziechciarz von Hosso. Als Gründe für die Standortwahl werden unter anderem das Kundenpotenzial auf deutscher Seite sowie die Wirtschaftskraft der in der Region ansässigen Unternehmen genannt. Hosso verweist darauf, dass Städte, in denen das Unternehmen bisher Einkaufszentren gebaut hat, davon "deutlich profitieren". "Diese werden zum Handelszentrum der Region wie auch zum Zentrum der Unterhaltung", erklärt Katarzyna Meger-Dziechciarz.

Skeptisch wird das Vorhaben auf deutscher Seite gesehen. Gubens amtierender Bürgermeister Fred Mahro hatte bereits in der Vergangenheit immer wieder darauf hingewiesen, dass die Verkaufsflächen in der Neißestadt bereits über dem Durchschnitt im Land Brandenburg liegen und es einen zusätzlichen Bedarf an Einzelhandelsflächen seiner Meinung nach weder auf deutscher noch auf polnischer Seite gibt.

Auch viele Gubener haben Zweifel daran, dass die Vision vom Einkaufszentrum Realität wird. Schon vor fünf Jahren plante eine Investorengruppe aus Österreich ein ähnliches Projekt. Sieben Millionen Euro sollten in den Umbau der ehemaligen Textilfabrik direkt neben der McDonald's-Filiale fließen. Doch daraus wurde nichts, die Geldgeber sprangen ab.