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Neue Förderung für Vereine

Auch die Gubener Modelleisenbahner haben ihren Sitz in der Fabrik in der Mittelstraße. Ihre Anlagen zeigen sie auch auswärts, wie hier im Hoffmann-Möbelhaus.
Auch die Gubener Modelleisenbahner haben ihren Sitz in der Fabrik in der Mittelstraße. Ihre Anlagen zeigen sie auch auswärts, wie hier im Hoffmann-Möbelhaus. FOTO: S. Halpick
Guben. Die Stadt Guben muss die Förderung für die Vereine neu regeln. Das fordern die Stadtverordneten mit großer Mehrheit. Silke Halpick

Auslöser ist der aktuelle Streit über die Betriebskostenabrechnung in der Fabrik. Voraussichtlich ab 2018 soll es eine einheitliche Richtlinie geben.

Die gute Nachricht: Die in der Fabrik ansässigen Vereine bekommen auf die erstmals in Rechnung gestellten Hausmeisterdienste für die Jahre 2016 und 2017 einen 80-prozentigen Zuschuss der Stadt. Darauf einigten sich die Stadtverordneten. "Wenn wir den Beschluss nicht fassen, bleiben die Vereine auf den Kosten sitzen", begründet Peter Stephan (Linke).

Diese sind nicht unerheblich. So müssen beispielsweise die Gubener Modelleisenbahner, die in dem Objekt in der Mittelstraße ansässig sind, 928 Euro mehr pro Jahr zahlen, zusätzlich zu den ohnehin anfallenden Betriebskosten in Höhe von 2100 Euro. Mit dem städtischen Zuschuss minimiert sich der Betrag auf 186 Euro.

Als "Tohuwabohu" bezeichnet Stephan die aktuelle Förderpolitik der Stadt. Damit spricht auch die Problemlage im Kulturzentrum Obersprucke (KZO) an. Das Haus gehört der Gubener Wohnungsgesellschaft (Guwo). Die Stadt zahlt aktuell die Miete und stellt die Räume den Vereinen kostenlos zur Verfügung. Alle bisherigen Versuche, eine Neuregelung zu finden, sind am Widerstand der Betroffenen sowie der Abgeordneten gescheitert.

"Wir sind gemeinsam der Auffassung, dass hier ganz schnell etwas passieren muss", sagt Frank Kramer ("Wir Gubener Wähler"). Das sieht der amtierende Bürgermeister Fred Mahro ebenso. Er will "unmittelbar" eine Richtlinie erarbeiten lassen, um die Nutzung kommunaler Objekte zu vereinheitlichen und zu "harmonisieren", wie er betont.

Auf der Sitzung des Haushaltsausschusses am Mittwoch kündigte der Kämmerer Björn Konetzke an, dass Anfang Januar 2018 ein Entwurf für eine neue Entgeltordnung für das Kulturzentrum Obersprucke sowie die Fabrik vorgelegt werden soll. Mit der Beschlussfassung wird frühestens Ende Januar gerechnet.

Eine solche Entgeltordnung gibt es bereits für Räume im Rathauskomplex sowie im Heimatmuseum Sprucker Mühle. Wer beispielsweise die Alte Färberei nutzen will, muss dafür 80 Euro pro angefangener Stunde zahlen, für den Lesesaal der Bibliothek sind es 20 Euro und für die Museumsscheune 30 Euro. Gemeinnützige Vereine können allerdings einen Antrag auf Gebührenbefreiung stellen.

Die CDU-Stadtverordnete Christiane Fritzschka hatte in der Vergangenheit immer wieder dafür geworben, einen Fördertopf für alle Gubener Vereine zu schaffen. Der Zuschuss könne den Vereinen in die Hand gegeben werden, die sich selbstständig geeignete Räume im Stadtgebiet suchen und anmieten.

Bereits heute fördert die Stadt Guben mit entsprechenden Förderrichtlinien die Vereine. 13 000 Euro pro Jahr stehen für den Sport zur Verfügung. Für die Jugendarbeit gibt es ein Budget von 5000 Euro, für die kulturelle Arbeit 4000 Euro und für die soziale Arbeit 2400 Euro.