Von Ute Richter

Eine überaus erfolgreiche Handballsaison geht am kommenden Samstag für die Männer des SV Chemie Guben mit dem Spiel bei der TSG Lübbenau 63 II zu Ende. Die Chemie-Frauen als Zweiter haben hingegen die Spielserie mit dem Duell gegen den Staffelsieger in der Halle im Sportzentrum an der Kaltenborner Straße bereits am Samstag abgeschlossen. Eine Überraschung erlebten die Mädchen der D-Jugend. Sie erhielten aus den Händen der Frauenspielerinnen Medaillen für den erkämpften Vizemeistertitel. Der Handball boomt derzeit in der Neißestadt.

Männer und Frauen gaben in den letzten Spielen in der Verbandsliga Süd noch einmal richtig Gas vor heimischer Kulisse. Schon von draußen war zu hören, dass die Zuschauer sich nicht zurückhielten, um die Mannschaften anzufeuern. Laute Trommelschläge, laute Musik und Zurufe sowie kräftiges Klatschen motivierten die Teams zu Höchstformen.

Mit dem SV Blau-Weiß Dahlewitz kam der Tabellensiebte bei den Männern in die Neißestadt und bescherte den Gubenern ein fulminantes letztes Heimspiel der Saison, das mit einem 26:20-Erfolg endete. „Das war ein Spiel auf Augenhöhe, denn Dahlewitz steht nur zwei Plätze hinter uns“, so Trainer Marcel Burtchen. Für die Chemie-Männer ist der fünfte Platz das beste Ergebnis seit drei Jahren und das, obwohl zu Beginn der Saison nicht klar war, ob man überhaupt weiterspielen kann. Denn der damalige Trainer schied aus und hätte nicht Spieler Marcel Burtchen das Training übernommen, wer weiß wo die Reise des Vereins hingegangen wäre. „Ich musste sowieso wegen einer Knie-OP pausieren und mir lag es am Herzen, dass die Mannschaft in der Verbandsliga Süd gut abschneidet“, so Burtchen. Deshalb trainierte der 31-Jährige seine Mitspieler kurzerhand selbst und seine Philosophie  „temporeich, konterreich und schnelle Torabschlüsse“ ging auf. „Es ist mir wichtig, dass die Spieler wissen, wir sind eine Einheit. Hier gibt es keine Einzelkämpfer. Wir müssen als Mannschaft zusammenstehen, nur so kann man im Handball erfolgreich sein“, machte der junge Trainer von Anfang an klar.

Doch auch die Zuschauer, die seit dem Aufwind der Handballmänner wieder in Scharen zu den Spielen kommen, sehen das so. Yves Kötteritsch, einst selbst erfolgreicher Handballer beim SV Chemie Guben, freut sich über diese positive Entwicklung der Männermannschaft. „Marcel macht einen wirklich guten Job. Die Mannschaft spielt wieder ansprechenden Handball und deshalb sind jedes Mal auch weit über 250 Zuschauer hier“, sagt er.

Auch die Frauen schenkten am Samstag in ihrem letzten Saisonspiel ihren Gegnerinnen vom Märkischen BSV Belzig nichts. Leider ging für sie die Partie mit 27:33 verloren, doch am Ende zählte der Kampfgeist. Für sie war diese Saison die erfolgreichste seit Jahren. „Die gute Mischung zwischen jung und alt hat die Mannschaft spielerisch wachsen lassen“, so Trainerin Helga Aigringer. Spielerin Katja Strätz ist sogar auf Platz zwei der Torschützenliste der Liga gelandet.

Pause haben auch die Mädchen der D-Jugend, denn sie haben ihre Spielserie bereits beendet. Sie erkämpften sich sensationell den Vizemeistertitel. Doch die Medaillen dafür gab es als Überraschung erst am Samstag. Mit Luftballons und großem Auftritt überreichten die Spielerinnen der Damenmannschaft dem Vereins-Nachwuchs ihre Medaillen. Und auch Bürgermeister Fred Mahro und sein polnischer Amtskollege Bartolomej Barzcak gratulierten den Mädchen.