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Neue Chefin für Begegnungszentrum

Ramona Schliebus (l.) bekommt von Ines Kropp symbolisch den Schlüssel für die Einrichtung der Volkssolidarität überreicht.
Ramona Schliebus (l.) bekommt von Ines Kropp symbolisch den Schlüssel für die Einrichtung der Volkssolidarität überreicht. FOTO: S. Halpick
Guben. Herzenswärme – das ist offenbar die Schlüsselqualifikation für die neue Leiterin des Begegnungszentrums der Volkssolidarität in Guben. Die 54-jährige Ramona Schliebus bekommt beim Sommerfest symbolisch den Schlüssel und damit die Verantwortung für die Einrichtung überreicht. Silke Halpick

Von einem "Sommer mit viel Sonne und Schatten" spricht Ines Gropp, Geschäftsführerin der Volkssolidarität Spree-Neiße bei der Eröffnung vor rund 100 Gästen. Eher unerfreulich war die unerwartete Kündigung der ehemaligen Leiterin Andrea Arndt, die das Gubener Begegnungszentrum knapp vier Jahre führte. "Wir haben die Hände über den Kopfen zusammengeschlagen", erinnert sich Gropp. Das ist jetzt erst ein paar Wochen her.

Mit einem strahlenden Lächeln präsentiert sie nun die Nachfolgerin. Ramona Schliebus erfülle alle Anforderung und verfüge darüber hinaus über "ganz viel Herzenswärme", betont Gropp. Aus Gesprächen mit Mitgliedern und Ehrenamtlern wisse sie, dass das ein ganz wichtiger Aspekt sei.

Ramona Schliebus, die verheiratet ist, zwei Kinder hat und seit 30 Jahren im Gubener Ortsteil Schlagsdorf lebt, freut sich auf die neue Aufgabe, wie sie selbst sagt. Gegenüber den Mitgliedern kündigt sie an, für alle Sorgen und Nöte "ein offenes Ohr" haben zu wollen. Zunächst will sie sich in den einzelnen Gubener Ortsgruppen vorstellen. Davon gibt es immerhin 22.

"Guben hat die meisten und mitgliederstärksten Ortsgruppen", betont Gropp. Rund die Hälfte aller 2024 Mitglieder der Volkssolidarität Spree-Neiße, die Forst, Guben und ehemals Cottbus-Land umfasst, stammt aus der Neißestadt. Allerdings hat die 1945 gegründete DDR-Massenorganisation mit einem steten Rückgang der Mitgliederzahlen zu kämpfen. Der Altersdurchschnitt der Mitglieder in Guben liegt bei 76,5 Jahren.

"Ältere Menschen, die singen oder ein bisschen Sport treiben wollen, suchen sich heute einen Verein", sagt Gropp. Die Zeiten, in denen die Volkssolidarität der erste Ansprechpartner war, seien vorbei. Das gelebte Miteinander und die gegenseitige Hilfe sind Gropp zufolge aber auch heute noch unverzichtbare Werte, deren Bedeutung die Menschen erst schätzen lernen, wenn sie sie nicht mehr haben.

Im Gubener Begegnungszentrum finden das gesamte Jahr über Veranstaltungen statt. Organisiert werden diese von drei Angestellten sowie zahlreichen freiwilligen Helfern. In den Räumen in der Berliner Straße proben aber auch der Chor sowie das Kabarett. Darüber hinaus gibt es eine Sozialstation der Volkssolidarität in Guben, die ambulanten Pflegeleistungen anbietet, zwei Wohngemeinschaften für Demenz-Erkrankte sowie eine Sozialberatung.