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Neue Brücken nach Polen

Im Gespräch. Bürgermeister Klaus-Dieter Hübner (l.) nutzte gestern die Gelegenheit, um bei Barbara Richstein für den Umbau Gubens zu werben.
Im Gespräch. Bürgermeister Klaus-Dieter Hübner (l.) nutzte gestern die Gelegenheit, um bei Barbara Richstein für den Umbau Gubens zu werben. FOTO: Foto: FOTO-Werner
Guben.. Die Neißestädter haben Glück, dass sie an der EU-Außengrenze wohnen. Ohne die unmittelbare Grenznähe hätten sie wohl auf das „Sportzentrum Obersprucke“ und auch die Neugestaltung der Frankfurter Straße – der schmucken Bummelmeile – verzichten müssen. Von Jan Siegel

Der Anlass für den Besuch von Brandenburgs Europaministerin Barbara Richstein (CDU) gestern in Guben war nicht spektakulär, dafür aber um so erfreulicher. Die Ministerin war gekommen, um bei der offiziellen Eröffnung der neuen Geschäftsstelle der Euroregion Spree-Neiße-Bober dabeizusein. Der gemeinnützige Verein hat seine Büros jetzt im Haus Berliner Straße 7, das in den letzten Monaten vollkommen saniert worden war. Das Haus komplettiert ein Ensemble aus drei Gebäuden, die dem Gubener Bäckermeister Peter Dreißig gehören und seit dem vergangenen Jahr mit viel Liebe zum Detail hergerichtet wurden. Die Häuser sind inzwischen ein Blickfang in der Gubener Innenstadt.
Wichtig war der Besuch der Potsdamer Ministerin aber auch für die handelnden Personen in Guben. Nicht nur die Geschäftsführerin der Euroregion, Ilona Petrick, nutzte die Gelegenheit, Richstein die Arbeit ihres Vereins vorzustellen und für eine weitere Unterstützung aus der Landeshauptstadt zu werben.
Seinen großen Auftritt hatte gestern aber auch Bürgermeister Klaus-Dieter Hübner, der bei seinem Stadtumbauprogramm auf EU-Fördermittel setzt und dafür die Unterstützung auch aus Potsdam braucht. Nach dem „Sportzentrum Obersprucke“ und der Frankfurter Straße gibt es nämlich die IBA-Vision von den „Neiße-Terrassen mit der Theaterinsel“ , die künftig eine neue Fußgängerbrücke über die Neiße verbinden soll.
Ein Brückenschlag, von dem es nach Ansicht von Barbara Richstein in den nächsten Jahren noch mehr geben muss. Mit Blick auf die EU-Osterweiterung gehe es nicht nur um die großen Verkehrsverbindungen zwischen den Ländern, sondern auch um mehr Möglichkeiten, den kleinen Grenzverkehr zu beleben, wenn irgendwann auch die Personenkontrollen zwischen Deutschland und Polen entfallen.
Großes Ziel Klaus-Dieter Hübners ist eine grenzüberschreitende Landesgartenschau im Jahr 2008. Da hofft er auf Unterstützung sowohl aus Potsdam wie auch aus Berlin und Brüssel.
Im Gepäck hatte die Europaministerin gestern eine Europaurkunde, mit der Personen ausgezeichnet werden, die sich um das Zusammenwachsen Europas verdient gemacht haben. Die Urkunde bekam Helmut Moelle aus Grano, der langjährige Vorsitzende der Euroregion Spree-Neiße-Bober.