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| 14:32 Uhr

Gesellschaft
Geheimnis um die nächste Apfelkönigin

Lydia Günther wurde im vergangenen Jahr zur Gubener Apfelkönigin gewählt. Wer ihr diesmal folgt, ist noch ein Geheimnis, das erst bei der Krönung im Rahmen des Appelfestes gelüftet werden soll.
Lydia Günther wurde im vergangenen Jahr zur Gubener Apfelkönigin gewählt. Wer ihr diesmal folgt, ist noch ein Geheimnis, das erst bei der Krönung im Rahmen des Appelfestes gelüftet werden soll. FOTO: Ute Richter
Guben. Nur eine Kandidatin hat sich in diesem Jahr um den Apfelthron in Guben beworben. Der Marketing- und Tourismusverein will ihren Namen diesmal erst beim Appelfest im September verraten. Von Silke Halpick

Die Frist ist abgelaufen: Nur eine einzige Kandidatin hat sich für das Amt der Gubener Apfelkönigin gefunden. Deshalb fällt die traditionelle Wahl aus. Wer die Krone in den nächsten zwölf Monaten tragen darf, soll bis zum Appelfest am ersten September-Wochenende ein Geheimnis bleiben. Gewählt wird trotzdem: Die Festgäste dürfen diesmal entscheiden, wer mit dem Goldenen Apfel ausgezeichnet wird.

So schwer wie in diesem Jahr war es noch nie. Erstmals musste der Marketing- und Tourismusverein (MuT) als Veranstalter sogar die Bewerbungsfrist verlängern. Fast zwei Wochen länger hatten die Gubener diesmal Zeit zum Überlegen. Dienstagabend war dann endgültig Schluss. Gebracht hat das jetzt zumindest eine Interessentin für den repräsentativen Posten.

Schon seit mehr als 20 Jahren gibt es die Gubener Apfelkönigin. Die Symbolfigur soll an die einstige Obstanbau-Tradition in der Region erinnern. Gewählt wird die Majestät für eine Amtszeit von einem Jahr. Auf Messen und Veranstaltungen soll sie Touristen mit Informationen versorgen und möglichst neugierig auf einen Besuch in der Region machen.

„Die Gubener lieben ihre Apfelkönigin“, sagt MuT-Geschäftsführerin Kerstin Geilich.In den ersten Jahren gab es auch immer viele Interessentinnen, mitunter standen sechs Kandidatinnen gleichzeitig auf der Bühne. Allerdings wurde es von Jahr zu Jahr immer schwieriger. Schon 2015 gab es keine Wahl, sondern nur eine Krönung. Deshalb entschloss sich der Verein ein Jahr später, das Amt auch für Männer und Paare zu öffnen.

Doch selbst das brachte keinen größeren Zulauf. Stattdessen verklagte ausgerechnet der allererste männliche Kandidat nach seiner Niederlage den veranstaltenden Verein sowie die Apfelkönigin wegen angeblichen Wahlbetruges. Der Gerichtsstreit sorgte deutschlandweit für Aufsehen. Das Gericht wies die erhobenen Vorwürfe zurück.

Beworben hat sich der verhinderte Apfelkönig auch diesmal wieder, wie Geilich bestätigt. Da er allerdings noch immer mit Zahlungsverpflichtungen gegenüber dem Verein in Verzug ist, erfüllt er die Zulassungsvoraussetzungen nicht und wurde darüber schriftlich informiert. Wer sich bewirbt, muss zudem volljährig sein und in Guben oder Schenkendöbern wohnen.

Von der 24. Apfelkönigin will der Verein im Vorfeld weder den Namen noch das Alter nennen. Die neue Majestät soll den Besuchern des Appelfestes am Sonntagabend quasi als Überraschung präsentiert werden. „Alles andere macht keinen Sinn“, sagt Geilich. Nur so viel verrät sie: Es ist ein ganz neues Gesicht, also keine der ehemaligen Apfelköniginnen. Viele von diesen hatten nach Ablauf der Amtszeit die Möglichkeit einer erneuten Kandidatur nicht ausgeschlossen. Die neue Königin soll auch eine vollkommen neue Krone sowie neuen Schmuck bekommen.

Wählen dürfen die Festbesucher diesmal, wer mit dem Goldenen Apfel ausgezeichnet werden soll. Dafür gibt es elf Vorschläge. Unter den Nominierten sind Trainer, Feuerwehrmänner, Stadtführer, Künstler. Wahlzettel wird es am Sonntag auf dem Festplatz vor dem Rathaus geben. Die Gäste können ihren Favoriten ankreuzen. Die Verleihung des Goldenen Apfels ist im Anschluss an die Krönung geplant. Normalerweise trifft eine Jury die Entscheidung. Nur 2015 gab es schon einmal eine Wahl. Damals gewann der Stadtführer Andreas Peter.