ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 01:02 Uhr

Netzwerkeln mit dem Nachbarn

Guben.. Gezielte Werbestrategien für das Nachbarland zu entwickeln und gemeinsame Netzwerke zu knüpfen war Anliegen des gestrigen 8. Deutsch-Polnischen Innovations- und Technologietages des Deutsch-Polnischen Eurozentrums (EPD) im neuen Multifunktionssaal. Mehr als 150 Unternehmen nutzten die Gelegenheit, sich zu informieren, Kontakte zu knüpfen und ihr Sortiment zu präsentieren. Von Melanie Longerich

„Das Thema trifft den Nerv“ , fasst es Rüdiger Albert, Chef des Gubener Centrums für Innovation und Technologie, kurz CIT, zusammen. Das Deutsch-Polnische Eurozentrum (EPD) seines Gründerzentrums hatte gestern zum 8. Deutsch-polnischen Innovations- und Technologietag in den neuen Multifunktionssaal geladen. Thema der Veranstaltung: Marketing- und Managementstrategien für kleine und mittlere Unternehmen. Rund 150 Firmeninhaber aus dem Grenzgebiet waren gekommen - weit mehr als die Veranstalter erwartet hatten. Landrat Dieter Friese eröffnete den Tag, der für Kleinstunternehmen maßgeschneiderte Lösungen bieten sollte.
Die jährlich stattfindenden Innovationstage des DPE hatten bisher stets den Schwerpunkt auf innovative Technologien gesetzt. Dass die Organisatoren auf dem 8. Innovationstag neue Wege gehen wollten, erklärt die DPE-Projektleiterin Estera Lindner-Kuhlmann aus ihrer täglichen Arbeit mit Unternehmern auf beiden Seiten der Neiße. Der erste Schritt auf den Markt des Nachbarlandes sei schnell getan. Dann folgten oft Schwierigkeiten, sowohl im Umgang mit den neuen Geschäftspartnern als auch in der Platzierung der anzubietenden Dienstleistungen oder Produkte. „Die landesspezifischen Befindlichkeiten unterscheiden sich oft erheblich“ , erklärt sie.
Aus diesem Grunde hatte das DPE in der Wahl seinen Referenten ein großes Kompetenzspektrum aufgefahren, mit dem Ziel, „unnötige Verständnisfehler im Umgang der sich findenden Partner zu vermeiden“ , wie es Joanna Kazek, Mitarbeiterin einer Werbeagentur aus Szczecin (Stettin) in ihrem Referat über grenzüberschreitende Marketingmethoden formulierte. Ihr Rat: Langjährige Werbestrategien des eigenen Marktes nicht Eins zu Eins auf den des Nachbarn zu übertragen. „Kulturelle Unterschiede sind große Stolpersteine.“ Während für deutsche Kundschaft in der Werbung rationale Argumente wie lange Haltbarkeit oder günstiger Preis zählten, überzeugten polnischen Kunden eher sinnliche Argumente wie Prestigegewinn oder Modernität, riet sie.
Auf die Bildung von neuen Unternehmensnetzwerken setzt die deutsche Seite mit Jochen Bethkenhagen von der brandenburgischen Staatskanzlei und Christina Eisenberg vom Regionalmanagement Brandenburgische Lausitz: „Für längerfristig angelegte Zusammenarbeit und den Austausch von Know How sind die Bündelung von Fachwissen und Kontakten unerlässlich.“
Wegen der großen Resonanz wünschte sich der CIT-Chef zum Abschluss der Veranstaltung die Wiederbelebung des deutsch-polnischen Innovationspreises. Er war bis 2003 von seinem Zentrum ausgeschrieben und wegen mangelnder Beteiligung ausgesetzt worden.