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| 01:44 Uhr

Naturschutzverbände lehnen Energiepark ab

Aufbau eines solarthermischen Kraftwerks im spanischen Andalusien. Mit solchen beweglichen Spiegeln wird Sonnenwärme zur Dampferzeugung gebündelt. Der Dampf treibt eine Stromturbine an. Foto: Solar Millenium AG
Aufbau eines solarthermischen Kraftwerks im spanischen Andalusien. Mit solchen beweglichen Spiegeln wird Sonnenwärme zur Dampferzeugung gebündelt. Der Dampf treibt eine Stromturbine an. Foto: Solar Millenium AG FOTO: Solar Millenium AG
Schenkendöbern. Der Naturschutzbund (Nabu), die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) und der BUND lehnen die geplante Fotovoltaikanlage in der Reicherskreuzer Heide sowie den Windpark Pinnow aufgrund erheblicher Umweltbedenken ab. Im Rahmen der frühzeitigen Öffentlichkeitsbeteiligung für das Projekt haben die Verbände grundsätzliche Einwände formuliert. cis

"Aus meiner Sicht ist das Vorhaben damit fast aussichtslos", sagt Tom Kirschey, Landesvorsitzender des Nabu Brandenburg, der die Planungsunterlagen des Investors Procon für das Projekt auf dem ehemaligen sowjetischen Truppenübungsplatz kritisiert. "Es hieß, dass die Entmunitionierung der Fläche keinen Eingriff darstellt. Tatsächlich aber soll durch eine komplette Munitionsberäumung auf den Flächen für die Solarmodule auch die Vegetation beseitigt werden." Am Ende blieben plane Sandflächen.

Auch für den Windpark sieht Kirschey wenig Chancen. "Wie für alle anderen beplanten Flächen in der Reicherskreuzer Heide gilt auch für dort die europä ische Vogelschutzrichtlinie." Durch die Windräder würden Tiere erschlagen. Außerdem sei das Gebiet in der Regionalplanung nicht als Windeignungsfläche ausgewiesen.

Ein gewichtiges Argument gegen den Energiepark ist aus Sicht des Nabu, dass durch die Bebauung eine der größten unverbauten Flächen Deutschlands zerschnitten würde. "Das von Procon vorgesehene Gebiet liegt mitten im Zentrum dieser Fläche." Der einzigartige Charakter der Landschaft würde zerstört.

Auch die Stellungnahme der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald ist eindeutig. Der aktuelle Bebauungsplan betreffe etwa 2000 Hektar Fläche, auf der nach geeigneten Standorten für die Solarmodule gesucht werde. "Laut beiliegender Umweltberichte sind 73 Prozent sichtbar mit Wald bestockt", heißt es in der Stellungnahme. Von diesen 1431 Hektar Wald würden 508 Hektar Wald durch eine Bebauung entzogen werden. Die SDW tritt der Auffassung entgegen, dass sich die Entmunitionierung der Fläche nur mit dem Bau eines Energieparks finanziell stemmen lasse. Die Bewirtschaftung des Waldes könne einhergehen mit einer schrittweisen Entmunitionierung, so der Verband.

Die Stellungnahmen der Verbände liegen nun beim Planungsbüro Bosch und Partner und werden Procon zugearbeitet, erklärt Michael Pürschel von dem Unternehmen in Hannover. Im September finde eine erneute öffentliche Auslegung statt, aus der hervorgeht, welche Einwände wie in der neuen Planung berücksichtigt werden.