Das Aufbegehren der Schönhöher gegen den beabsichtigten Nationalpark Lieberoser Heide setzte im September vergangenen Jahres ein. Damals fand eine Ortsbeiratssitzung unter Beteiligung der Einwohner statt, bei der Position gegen den geplanten Nationalparkstatus bezogen wurde (die RUNDSCHAU berichtete). Den Anstoß hatte ein Brief der Interessengemeinschaft Freie Lieberoser Heide gegeben. Eine Einwohnerversammlung, zu der außer den Taueraner Gemeindevertretern auch der Förderverein Nationalpark Lieberoser Heide eingeladen wurde, folgte. Von den Abgeordneten nahm damals aber nur der Bürgermeister teil. Aus der Versammlung schlussfolgerten die Schönhöher, dass ihnen ein Nationalpark Lieberoser Heide weniger Vor- als Nachteile bringen würde: Bewaldung der Heideflächen, noch bevor der Nationalparkstatus erreicht werde, Bedrohung von Arbeitsplätzen in Land-, Forst- und Fischwirtschaft, aber vor allem Gefahr fü ;r das Dorf, wenn ein Waldbrand ausbräche. Immerhin ist die Region um Schönhöhe durch die Europäische Union in die Waldbrandgefahrenklasse A 1 (wie Spanien und Portugal) eingestuft.
Fragen an die Vereinsvertreter wurden nach Ansicht der Schönhöher nicht zufriedenstellend beantwortet. Bei einer Zusammenkunft des Ortsbeirates in der vergangenen Woche war gar von Lügen die Rede, die das Kartenmaterial enthielte, mit dem der Nationalparkverein argumentiere.
Ein Vorstoß der Schönhöher in der jüngsten Gemeindevertretersitzung von Tauer schlug fehl. Vertreter der Bewohner des Ortsteiles hatten dort versucht, die Gemeindevertreter durch Argumente zu bewegen, die Mitgliedschaft im Verein Nationalpark Lieberoser Heide zu überdenken. Doch der anwesende Vertreter des Nationalparkvereins fand eine größere Lobby (die RUNDSCHAU berichtete). Ein Brief an den brandenburgischen Umweltminister, in dem die Probleme aus Schönhöher Sicht dargestellt wurden, war der nächste Protestschritt.
Zur Jugendfastnacht in Tauer am Sonnabend folgte ein weiterer. Die Schönhöher zeigten sich dort mit T-Shirts mit der Beschriftung „Nationalpark Lieberoser Heide - nein danke“ . Weitere Aktionen sind geplant. Anliegen ist es, so wurde in der jüngsten Zusammenkunft in Schönhöhe deutlich, dass sich die Gemeindevertretung Tauer auch einmal die Argumente der IG Freie Lieberoser Heide anhört und deren Vertreter einlädt.
Bisher gewannen die Schönhöher den Eindruck, dass die Taueraner wenig und die Abgeordneten nur einseitig informiert sind und letztere deshalb keine objektive Entscheidung in Bezug auf die Mitgliedschaft im Nationalparkverein trafen.