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Nacht wird zum Tag gemacht

Andreas Eckert organisiert gemeinsam mit Kantor Hansjürgen Vorrath die Klosterkirchennacht.
Andreas Eckert organisiert gemeinsam mit Kantor Hansjürgen Vorrath die Klosterkirchennacht. FOTO: Jana Pozar/zar1
Guben. Das Musikprojekt song-vision – Musik für die Gemeinde lädt in diesem Jahr innerhalb einer Klosterkirchennacht zur Aktion "Frieden im Land" ein. Beides wird am Freitag, 8. Mai, stattfinden, dann jährt sich das Ende des Zweiten Weltkrieges zum 70. Mal. Das Projekt soll einmal mehr deutlich machen, dass es noch immer keine Selbstverständlichkeit ist, in einer Welt des Friedens zu leben. Jana Pozar / zar1

Die Türen der Klosterkirche Guben werden zur sechsten Klosterkirchennacht weit offen stehen für alle Generationen. Neben instrumentaler und vokaler Musik aus allen musikalischen Richtungen wird es ganz unterschiedliche Programmpunkte zum Thema 70 Jahre Frieden geben. "70 Jahre Frieden sind nicht wirklich 70 Jahre gewaltfreie Zeit gewesen. Ich möchte mithelfen, dass meine Kinder und Enkel in einer Welt aufwachsen können, in der Frieden nicht zu einer Worthülse verkommt, sondern lebensprägend ist", erklärt Andreas Eckert von Musikprojekt song-vision. Er organisiert gemeinsam mit dem Kantor Hansjürgen Vorrath die etwa sechsstündige Veranstaltung.

In den vergangenen Jahren haben sich das Projekt Frieden im Land und die Klosterkirchennacht jährlich abgewechselt. Weil aber immer weniger Menschen zum Mitmachen begeistert werden können und auch immer weniger Zeit zur Verfügung stellt, haben sich beide entschlossen, Frieden im Land dieses Mal in die Klosterkirchennacht zu integrieren. "Frieden ist ein Geschenk, für das man dankbar sein muss", so Andreas Eckert. Und ein Geschenk haben die Organisatoren für ihre Veranstaltung bereits bekommen. "Als das Programm fast fertig war, haben uns der die Gubiner Kita Nummer 1 und die Gubener Kita Regenbogen angeboten, ein Tanzprogramm mitzugestalten", sagt Eckert stolz. Um 15.30 Uhr wird deshalb in diesem Jahr schon angefangen. Unter dem Motto "Wenn Kinder keine Grenzen kennen" werden die Steppke auf der Neiße-Insel den Tanz der Knirpse präsentieren. Ebenfalls auf der Insel werden zwei Länder mit unterschiedlichen Sprachen ab 16 Uhr eine dritte Sprache - die musikalische - sprechen. "Jeder Blasmusiker ist zum großen Volksliederblasen eingeladen. Interessenten können gern am Donnerstag, 7. Mai, ab 18 Uhr in die Klosterkirche zu Probe kommen" so Andreas Eckert. Der ehemalige Ministerpräsident Manfred Stolpe wird in der Klosterkirche ab 17 Uhr seine Gedanken zum Frieden in Europa reflektieren. Als Moderatorin stellte sich die Vorsitzende der Gubener Stadtverordnetenversammlung, Kerstin Nedoma, zur Verfügung. "Wir wollen wieder einmal alle zusammenbringen, die irgendwie irgendetwas können", erklärt der song-Visionist. Deshalb werden auch Schüler des Gubener Gymnasiums und der Cottbuser Paul-Werner-Schule in die Vergangenheit eintauchen. Gegen 19.30 Uhr wird der Frieden dann durch den Magen gehen. "Zur Stärkung gibt es eine Nachkriegsspeise. Was es sein wird, ist eine Überraschung. Ich aber mag diese Suppe sehr gern", gibt Andreas Eckert zu.

Friedenslieder aus zwei Jahrtausenden - vom Psalm bis zum Pop-Song - wird es ab 20 Uhr geben. Nicht nur das "Dona nobis pacem" ("Gib uns Frieden") wird dann erklingen. "Es werden Erinnerungen von Gubener Zeitzeugen vorgelesen", so Eckert. Zum Abschluss der Veranstaltung ist ein gemeinsamer Zug zur Neiße-Insel geplant. "Dort sollen auf den Insel-Stufen Kerzen für Frieden und Aussöhnung angezündet werden", sagt Andreas Eckert.