Von Daniel Schauff

Es ist fast so etwas wie die Unendliche Geschichte: Hochwasserschutz in Guben. Bürgermeister Fred Mahro (CDU) hatte in der jüngsten Stadtverordnetenversammlung gute Nachrichten im Gepäck: Im Januar sollen entlang der Neiße in Höhe Uferstraße Rodungsarbeiten stattfinden. Im April dann sollen die Maßnahmen zum Hochwasserschutz in Guben endlich fortgesetzt werden, mehr als sechs Jahre nach der Errichtung des Einlaufbauwerks für die Egelneiße.

Immer wieder hatte die Stadt beim Land darauf gedrängt, dass der Hochwasserschutz in Guben – wie lange geplant – ausgebaut wird. Dass das bitternötig ist, zeigten die vergangenen Hochwässer 2013 und 2010. Die Neiße hatte Gubener Keller und Gärten unter Wasser gesetzt, Anwohner stapelten Sandsäcke, um das Schlimmste zu verhindern und ihr Hab und Gut vor der Neiße zu schützen.

So weit soll es künftig nicht mehr kommen können. Im November des kommenden Jahres soll auch der dritte Teil des zweiten Bauabschnitts, die Sanierung einer rund 200 Meter langen Schutzwand. Ende 2021, so Mahro, soll dann der Hochwasserschutz in Guben so weit fortgeschritten sein, dass „das Gröbste überstanden ist.“

Ein Fortführung von Hochwasserschutzanlagen in Richtung Norden sei nicht geplant, so Mahro. Die Erfahrungen aus den vergangenen Hochwässern habe aber gezeigt, dass das auch nicht zwingend notwendig sei. Das Land hat bereits im vergangenen Jahr argumentiert, dass der Schutz von Ortslagen Vorrang habe.

Im Gegensatz zur Wohnlage Ufer- und Alte Poststraße sei das Industriegebiet nach derzeitigem Stand sicher vor Hochwasser, so Mahro weiter. Eine Aktualisierung der Gefahren- und Risikokarten für die Neiße entlang des Gebiets sei demnach nicht notwendig. Das sei ein wichtiger Aspekt auch bei Gesprächen mit möglichen Investoren.

Für den ersten Teil der Hochwasser-Schutzanlagen waren bereits rund 3,4 Millionen Euro nach Guben geflossen. Laut Thomas Frey vom Landesamt für Umwelt in Potsdam fließen für die erste Maßnahme noch einmal rund 3,4 Millionen Euro in die Neißestadt, für die Schutzwandsanierung rechnet das Land mit Kosten von rund einer Million Euro. Am Dienstag seien die erforderlichen Ausschreibungsunterlagen der Vergabestelle übergeben worden, so Frey. Er bestätigt: Baubeginn sei für den April beziehungsweise den November im kommenden Jahr geplant.

Hochwasserschutz ist Landessache, das heißt: Auf die Stadt kommen für die bevorstehenden Maßnahmen keine Kosten zu. Das erklärt Sven Rogosky, zuständiger Fachbereichsleiter bei der Gubener Stadtverwaltung.