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| 17:34 Uhr

Spendenaufruf
Mutter kämpft für kranken Sohn

Spendenaufruf Kacper
Spendenaufruf Kacper FOTO: Michèle-Cathrin Zeidler
Guben. Auch wenn die Spendensammlung schleppend anläuft, Marta Kupisz will nicht aufgeben.

Behutsam aber kraftvoll hebt Marta Kupisz ihren Sohn von der Couch hoch und legt ihn auf seine Jacke. Arme und Beine des Achtjährigen hängen schlaff herunter. Seinen Kopf hält die Mutter im Nacken fest und drückt ihn gegen ihre Brust. „Sein ganzer Körper ist wie Gummi“, erklärt Marta Kupisz. „Kacper ist schwer krank. Es gibt keine Medikamente und keine Heilung.“ Der junge Gubener leidet durch eine Infektion in der Schwangerschaft an Quadriplegie, einer Form der Querschnittslähmung.

Mit geübtem Griff zieht Marta Kupisz die Hände von Kacper durch die Jacke, schließt den Reißverschluss und trägt ihn hinüber zum Rollstuhl. Ein kleiner Schmerzenslaut entweicht ihren Lippen. „Er wird immer schwerer“, sagt die junge Mutter entschuldigend und streicht dabei ihrem Sohn liebevoll über den Kopf. „Er wiegt mittlerweile 27 Kilogramm.“ Durch das viele Heben und Tragen hat die 27-Jährige Rückenprobleme bekommen. In manchen Nächten kann sie vor Schmerzen nicht mehr schlafen. Ein Arztbesuch kommt für die gebürtige Polin aber nicht infrage. „Ich muss mich doch um Kacper kümmern. Er kommt an erster Stelle“, sagt sie.

Vorsichtig schiebt sie den Rollstuhl die Treppe hinunter und zur Tür hinaus. „Kacper ist gerne an der frischen Luft und wir unternehmen viel zusammen“, so Marta Kupisz. Doch seit ihr Auto bei einem Wildunfall einen Totalschaden erlitten hat, ist sie mit Kacper nicht mehr mobil. „Der neue Rollstuhl kann nur in einem Auto mit Rampe transportiert werden“, erklärt sie. Daher ist Kacper für die regelmäßigen Fahrten zur Wichernschule nach Forst und ins Krankenhaus auf den Fahrdienst angewiesen. Aber ohne seine Mutter im Auto wird Kacper panisch. „Er weint viel, bekommt Nasenbluten und muss sich übergeben“, erzählt Marta Kupisz. Auch Krampfanfälle seien schon öfters vorgekommen.

Gerne würde die Mutter ihrem Sohn diese Fahrten ersparen. „Ich kann mir aber keinen Transporter leisten“, sagt die Gubenerin. Natürlich könne sie einen Kredit für ein neues Auto aufnehmen. „Allerdings kann ich mir dann auch nur die Raten für einen Kleinwagen leisten.“ Reserven hat die kleine Familie nicht. Das Geld reicht gerade von Monat zu Monat, denn viele Sachen, die Kacper im Alltag benötigt, werden nicht von der Krankenkasse übernommen.

„Ich brache das große Auto nicht für mich. Ich brauche es für Kacper“, betont Marta Kupisz. Aus diesem Grund hat sie im Alleingang einen Spendenaufruf für ihren Sohn gestartet. „Bisher läuft es aber nicht gut. Ich habe nur noch wenig Hoffnung“, gesteht Marta Kupisz. Seit Beginn der Aktion vor einigen Wochen seien nur einige Hundert Euro zusammengekommen.

Marta Kupisz ist mit Viktoria und Kacper viel an der frischen Luft. Sie will beiden Kindern ein schönes Leben ermöglichen.
Marta Kupisz ist mit Viktoria und Kacper viel an der frischen Luft. Sie will beiden Kindern ein schönes Leben ermöglichen. FOTO: Michele-Cathrin Zeidler

„Es ist wichtig, dass das Auto hinten eine Klimaanlage hat. Ansonsten bekommt Kacper an warmen Tagen Krampfanfälle durch die Hitze“, erklärt Marta Kupisz. Damit Kacper mit seinem Rollstuhl reinpasst, muss das Dach außerdem mindestens 1,10 Meter hoch sein. Die Gubenerin ist auf der Suche nach einem günstigen Angebot bereits von Autohaus zu Autohaus gezogen, doch so richtig konnte ihr keiner helfen. „Aber ich werde weiter suchen“, sagt sie. Zu den Kosten für das Auto kommen noch der Kauf und Einbau einer Rampe hinzu. „Wir brauchen keine automatische Rampe, eine zum Ausklappen reicht völlig“, so die Mutter. Aber auch die kalkuliert sie mit 2 000 Euro. Auch wenn bisher noch lange nicht genügend Spenden zusammen gekommen sind, wird Marta  Kupisz nicht aufgeben: „Ich werde weiterhin alles versuchen, um meinem Sohn ein schönes Leben zu ermöglichen.“