Von Ute Richter

Das 8. Kalendertürchen im Gubener Adventskalender öffnete sich am Samstag zum traditionellen Advent in der Klosterkirche. „Adventsmusiken gab es schon immer in Guben“, erzählt Kirchenmusikdirektor Hans-Jürgen Vorrath. Für ihn war es in diesem Jahr der 36 Einsatz. Während früher diese Veranstaltung nur aus Singen und Musizieren bestand, taten sich Energieversorger und Kirchengemeinde 2014 zusammen und machten aus zuvor zwei nun ein Kalendertürchen. Aus terminlichen Gründen auf beiden Seiten lädt die Kirchengemeinde aber seit zwei Jahren wieder separat ins und vor das Kirchenhaus ein. Und die Besucher kommen gern.

Die Atmosphäre ist stets sehr vorweihnachtlich. Dazu tragen seit ein paar Jahren auch die Mädchen und Jungen des Kindergartens des Naemi-Wilke-Stiftes bei. Sie singen und musizieren gemeinsam mit den Chören und Instrumentalkreisen der Klosterkirche, Gastsängern des Stadtchores Guben, dem ZupfStreichOrchester, den Bläsern der Selbständig Evangelisch-Lutherischen Kirche sowie weiteren Instrumentalisten. Lieder wie „Tragt in die Welt nun ein Licht“ oder „Es ist für uns eine Zeit angekommen“ sangen die Mädchen und Jungen des Kindergartens mit stimmgewaltiger Unterstützung des Chores und des Publikums in der gut gefüllten Klosterkirche.

Bekömmlich und kreativ ging es am Rande zu. Während vor dem Gotteshaus die Flammen in den Feuerschalen und Grills loderten, duftete der Kaffee aus den heißen Kannen. Im Kircheninneren lud eine Bastelstraße zum kreativ sein ein, bevor es weiter ging mit gemeinsamen Singen und Hören. Das Flötenensemble der Städtischen Musikschule „Johann Crüger“ verstärkte die Musikerreihen und präsentierte ebenfalls weihnachtliche Lieder. Natürlich fehlten bei den gemeinsamen Gesängen die typischen und  bekannten Titel wie „Alle Jahre wieder“ oder „Schneeflöckchen, Weißröckchen“ nicht. In den Singpausen ertönten vor der Kirche immer wieder Klänge der Bläser.

Am Abend ertönte dann in der Klosterkirche die traditionelle Adventsmusik im Kerzenschein. Auch hier war das Gotteshaus gut gefüllt. Das Programm startete mit „Machet die Tore weit auf“. In hervorragender Art und Weise präsentierten Chor und Orchester unter Leitung von Kirchemusikdirektor Hans-Jürgen Vorrath bekannte Lieder und kleine geistliche Konzerte alter und neuer Meister, beispielsweise von Wolfgang Carl Briegel, Michael Praetorius, Johann Crüger, Reinhard Gramm und Georg Friedrich Händel, aber auch Songs der christlich, weihnachtlichen Popularmusik. Einige Stücke wurden von Vorrath selbst arrangiert, aber auch ZupfStreichOrchester-Leiterin Hanja Hawlitzki hatte einen eigens arrangierten Song für das Traditionskonzert beigesteuert. Das alles umjubelnde und den ganzen Raum ausfüllende „Hört der Engel helle Lieder“ durfte selbstverständlich auch in diesem Jahr nicht fehlen. Aber auch Lieder wie „Ave Maria“ oder „Tochter Zion freue dich“ sorgten bei Sängern und Publikum für Gänsehaut.

Das nächste große Konzert findet am 22. Dezember um 16 Uhr in der Klosterkirche statt. Dann erwartet die Besucher das Weihnachtsoratorium von Johann Sebastian Bach, ebenfalls unter Leitung von Hansjürgen Vorrath.