| 17:56 Uhr

Musik verbindet Deutsche und Polen

Bei der "Missa Solemnis" von Stanislaw Moryto sangen beide Chöre gemeinsam. Unterstützt wurden sie von der Sopranistin Bogumila Tarasiewicz und Bläsern des Philharmonischen Orchesters Zielona Gora.
Bei der "Missa Solemnis" von Stanislaw Moryto sangen beide Chöre gemeinsam. Unterstützt wurden sie von der Sopranistin Bogumila Tarasiewicz und Bläsern des Philharmonischen Orchesters Zielona Gora. FOTO: zar1
Guben. Chöre haben einmal mehr Brücken der Verständigung gebaut. Der Stadtchor Guben und der Chor Gloria Domine aus Gubin unter Leitung von Halina Nodzak hatten am Samstag zum neunten Mal zum Benefizkonzert für den Wiederaufbau der einstigen Stadt- und Hauptkirche in Gubin in die Klosterkirche Guben eingeladen. Jana Pozar

Insgesamt spendeten die Besucher 506 Euro und 347 Zloty. "Es war dieses Mal etwas ganz Anderes, als sie sonst von uns gewohnt sind", versicherte Monika Wachsmann vom Gubener Stadtchor. Mit spezieller Musik wollten die Sänger und Musiker an das Ende des Zweiten Weltkriegs vor 70 Jahren erinnern.

Die gemeinsamen Lieder sollten dokumentieren, dass sich die Völker verstehen, auch wenn sie unterschiedliche Sprachen sprechen. "Wir haben vom Frieden gesungen und gaben damit der Hoffnung Ausdruck, dass er uns erhalten bleibt", so Monika Wachsmann. Auch Udo Koob vom Stadtchor Guben gab zu, dass es schon lustigere Konzerte gegeben habe. "Aber wir können keine Oase der Fröhlichkeit sein, wenn draußen in der Welt Menschen sind, denen es nicht so gut geht."

Die Einnahmen des Benefizkonzerts kommen zu 100 Prozent dem Wiederaufbau der Stadt- und Hauptkirche zugute. "Wir wollen das Haus zu einem internationalen Zentrum der Kultur und Kommunikation machen", erklärte Günter Quiel, Vorsitzender des Vereins zum Wiederaufbau der Stadt- und Hauptkirche. Dafür werden noch etwa zehn Millionen Euro benötigt. Als nächstes Ziel sollen die Arbeiten am Turm zu Ende geführt werden. "Der Turm soll von außen begehbar gemacht werden, denn den jetzigen Aussichtspunkt in der Laterne können nur wenige Besucher gleichzeitig nutzen", so Quiel. Der Rundgang müsse jedoch eine spezielle Sicherung erhalten. Dabei müssen allerdings auch Denkmalschutzbedingungen eingehalten werden. Der deutsche Verein und seine polnischen Mitstreiter möchten auch so schnell wie möglich mit dem Wiederaufbau beginnen. Den Architektenwettbewerb im vergangenen Jahr, bei dem die beste Idee zur Gestaltung der Fara Gubinska gesucht wurde, haben die Architekten Heinle, Wischer und Partner aus Breslau gewonnen. Das etwa 18 Meter hohe Kirchenschiff soll ein Glasdach erhalten - in der Form ähnlich des Originals. Außerdem sollen fünf bis sechs Stockwerke eingesetzt werden. Im Zwischenraum des Turms sollen ab Mai wieder zahlreiche Veranstaltungen wie Lesungen und Konzert stattfinden.

Übrigens haben die Sänger und Musiker aus Zielona Gora auf ihr Honorar verzichtet. "Die Initiative der deutschen und polnischen Musiker ist einmalig. Diese Art von Zusammenarbeit ist genau die, die wir uns vorstellen", sagte Günter Quiel.