"Harmonic Brass", das sind Manfred Häberlein (Tuba), Otto Hornek (Posaune), Andreas Binder (Horn), Hans Zellner (1. Trompete) und Jürgen Gröblehner (2. Trompete). Die fünf Solisten machten aber nicht einfach nur Musik. Mit Witz, Charme und lockerer Moderation spielten sie mit den Klängen, die sie ihren glänzenden Blechblasinstrumenten entlockten.
"Unser Einzugsstück ist traditionell", so Gröblehner. Das "Rondeau" von J. J. Mouret spielen sie seit längerer Zeit zur Begrüßung. Ein Feuerwerk der Leidenschaft entbrannte, als sie die Ouvertüre aus Georg Friedrich Händels "Feuerwerksmusik" erklingen ließen. Stücke von Johann Sebastian Bach folgten. "Eine ganz große Sängerin ist Barbra Streisand. Ihre Songs haben wir in einem Medley zusammengefasst", erklärte Gröblehner. Erstaunlich, wie viel Gefühl aus den eigentlich sehr lauten Instrumenten in die einzelnen Interpretationen gelegt werden kann. Einige junge Zuhörerinnen sahen die Vollblutmusiker sogar mit schmachtendem Blick an. Höhepunkt im ersten Teil aber war zweifelsfrei der "Bolero" von Ravel. Bravo-Rufe und nicht enden wollender Applaus waren der Dank des Pub likums.
"Wir machen nach der Pause erst weiter, wenn wir alle unsere 300 neuen CDs verkauft haben", witzelte Gröblehner. Gleich drei CDs der Münchener Musiker hielt Katharina Pagendarm in den Händen. "Ich habe die Gruppe schon einmal erlebt, sie sind einfach große Klasse", schwärmte sie. Als wahren Fan kann man schon beinahe Manfred Miethe aus Storkow bezeichnen. Er selbst spielt im Posaunenchor die Trompete. "Ich habe die ,Harmonic Brass' schon mehrmals erlebt, heute bin ich mit Freunden hier. Die Musiker sind genial."
"Das ganze Jahr ziehen wir durch die Lande, da kann das Leben mitunter schon ein Zirkus sein", schmunzelte Gröblehner nach der Aufführung des "Kleinen Zirkusmarsch" von J. Koetsier. Für die kleinsten Musikfans hatten die Musiker eine Überraschung parat. "Wer alle Titel erkennt, die wir in einem Medley aus Titelmusiken von Kindersendungen spielen, kann unsere neue CD ,Bolero' gewinnen", tönte der 2. Trompeter. Und los gings: Pumuckl, Schlümpfe, die Sendung mit der Maus, Sandmannlied - mit fast kindlicher Leichtigkeit und Unbekümmertheit zogen die Fünf einmal mehr alle Register ihres Könnens.
Natürlich war auch hier wieder das komödiantische Talent der Musiker zu spüren, beispielsweise, als Hornist Andreas Binder auf der Blockflöte den Flötenschlumpf mimte. Ganz spontan klatschte und sangen die Zuschauer bei "Heidi" mit und freuten sich, als die Posaune das rollende Jodeln erklingen ließ.
"Das Publikum war wieder wundervoll, und traurig klingt der Schlussakkord in Moll" - doch endgültig Schluss war noch nicht. Einen Trumpf hatten die Münchener noch im Ärmel: "Im tiefen Keller. Tiefste brummende Töne entlockte Manfred Häberlein seiner Tuba, und das zwischendurch in einer solch rasanten Geschwindigkeit, dass man glauben konnte, der Musiker müsse irgendwo versteckt eine "Luftreserve" haben.
Mit stehenden Ovationen ließen die Gubener die "Harmonic Brass" ziehen. Doch beim Abschiedslied "Ade nun zur guten Nacht" hätte man beinahe eine Stecknadel fallen hören können. Mitsingen wollte wohl deshalb keiner, weil alle die wunderbaren Klänge der Blechblasinstrumente ohne störenden "Laiengesang" genießen wollten.