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| 19:59 Uhr

Cottbuser dreht Film für Guben-Gubin
Mittendrin in der Grenzstadt

Mit dieser Spezialkamera will Walter Schönenbröcher den 360-Grad-Imagefilm drehen. Die Dreharbeiten laufen noch bis zum Dienstag. Auf das Ergebnis ist Museumschefin Heike Rochlitz bereits gespannt.
Mit dieser Spezialkamera will Walter Schönenbröcher den 360-Grad-Imagefilm drehen. Die Dreharbeiten laufen noch bis zum Dienstag. Auf das Ergebnis ist Museumschefin Heike Rochlitz bereits gespannt. FOTO: LR / Silke Halpick
Guben. Cottbuser dreht 360-Grad-Imagefilm für Guben-Gubin. Die Premiere ist Anfang September. Von Silke Halpick

Klappe, die erste: In Guben wird derzeit ein neuer Imagefilm gedreht. Neu daran ist die 360-Grad-Perspektive, mit der ein kompletter Rundumblick möglich wird.  Solche VR-Videos sind der neueste Trend auf Internetkanälen wie Youtube. Das Mittendrin-im-Geschehen-Gefühl soll noch mehr Lust auf einen Besuch der deutsch-polnischen Doppelstadt Guben-Gubin und des Stadt- und Industriemuseums machen. Die städtische Einrichtung ist auch der Auftraggeber.

„Es ist tatsächlich so, als ob man beim Schmied in der Werkstatt steht“, sagt Heike Rochlitz, Leiterin des Stadt- und Industriemuseums. Sie ist noch immer begeistert, wenn sie von ihrer ganz persönlichen Premiere mit der VR-Brille auf der Nase erzählt. Das Hämmern und den Funkenschlag habe sie als so real empfunden, dass sie unwillkürlich aus Angst vor der Glut zurückwich.

Gedreht hat die 360-Grad-Videos  der Cottbuser Fotograf  Walter Schönenbröcher, der schon seit Anfang 2011 an einer zeitgeschichtlichen Dokumention über traditionelle und vom Aussterben bedrohte Handwerksberufe arbeitet. Seine beeindruckenden Fotografien, die im Tiefdruckverfahren auf Büttenpapier gedruckt sind, stellte er im Herbst des vergangenen Jahres auch in Guben aus.

Schon damals wurde der Grundstein für das neue gemeinsame Projekt gelegt: Schönenbröcher dreht den Imagefilm, der die Doppelstadt Guben-Gubin sowie das Industriemuseum zeigen soll. Der 360-Grad-Streifen wird eine Länge von zehn Minuten haben. Bis Dienstag laufen noch die Dreharbeiten.

Als Hauptdarsteller ist der Gubener Thomas Laugks zu sehen. Viele kennen ihn noch aus seiner Zeit als Vorsitzender des Kinder- und Jugendbeirates sowie Geschäftsführer der sehr erfolgreichen Gubener Apfelwein Schüler GmbH. Im Vorjahr hatte er sein Abitur am Pestalozzi-Gymnasium gemacht. Jetzt studiert er auswärts.

Bei dem virtuellen Rundgang wird Laugks beispielsweise auch die interaktiven Angebote im Stadt- und Industriemuseum vorstellen. Unterstützt wird er von den Bürgermeistern Fred Mahro und Bartlomiej Bartczak, die Sehenswürdigkeiten der deutsch-polnischen Doppelstadt wie die Theaterinsel, die Stadt- und Hauptkirche, die Himmelsleiter und die Villa Wolf präsentieren.

Im Gegensatz zu klassischen Dreharbeiten muss der Regisseur während der 360-Grad-Aufnahmen den Ort der Handlung verlassen. Die Kugelkamera, in der insgesamt sechs Einzelkameras stecken, filmt jeden Winkel des Raumes, wie Schönenbröcher erklärt. Er selbst überwacht das Geschehen lediglich auf seinem Laptop.

Schönenbröcher selbst ist ein begeisterter Anhänger der neuen Technologie, in der er „die Zukunft des Films“ sieht, weil die „Distanz zum Betrachter“ überwunden werde. „Innerhalb von 20 Sekunden vergisst man die Realität“, begründet er. Gedreht hat er 360-Grad-Videos schon für den Kulturschatzsucher in Elbe-Elster. Interessiert seien aber auch andere, wie die Macher des Cottbuser Filmfestivals.

Erstmals öffentlich präsentiert wird  der neue Guben-Gubiner-Imagefilm am 5. September. Dann allerdings nur einem geladenen Publikum, wie Rochlitz betont. Anschließend wird das Video auch im Internet zu sehen sein. Für den 360-Grad-Blick wird eine VR-Brille benötigt. Wer keine besitzt, kann zumindest die Perspektive innerhalb des Videos per Mausklick ändern.

Für die Produktion  des zweisprachigen Films wird  mit Gesamtkosten in Höhe von 20 000 Euro gerechnet. Finanziert wird der Kurzstreifen über den Kleinprojektefonds der Euroregion Spree-Neiße-Bober. Für den Eigenanteil kommen Sponsoren auf.