Von Ute Richter

(utr) Bereits zum dritten Mal kamen „Die Schäfer“ auf Einladung von Volkshauschef Karsten Geilich auf ein „Schäferstündchen“ nach Guben. Doch dieses Konzert am Sonntagnachmittag war nicht zu vergleichen mit den vorangegangenen. Waren es 2018 zum Muttertagskonzert knapp 70 Zuschauer, so wollten nun über 200 Besucher die Schäfer sehen.

„Servus und Grüß Gott“ hieß es am Anfang. Die Schäfer waren gekommen, um gute Laune zu verbreiten – mit ihrer Musik und überhaupt. Dafür sind sie bekannt. Sie wollen, dass sich die Leute auf ihren Konzerten wohlfühlen. Und das taten sie am Sonntag zweifelsohne.

Von der ersten Minute an hatten die vier Musiker die Gubener auf ihrer Seite. „Wir wünschen uns, dass heute ein wunderschöner Tag wird“, so die Schäfer und stimmten das gleichnamige Lied an. Mit im Publikum der Gubener Stadtchor, der auf Aufforderung der Schäfer sehr gern ein Ständchen brachte. „Wenn alle Brünnlein fließen“ nahmen die Schäfer im Anschluss zum Anlass, selbst ein Medley bekannter Volkslieder zu singen – und der ganze Saal sang und schunkelte mit.

Als „heile Atmosphäre – wie in einer Dorfkneipe“ bezeichneten die Schäfer die Stimmung im Gubener Volkshaus. Sie genossen es sehr, dass die Neißestädter so mitgingen. „Wir wollen in unseren Konzerten die Bühnenkante verschwinden lassen“, so die Schäfer. Und um das zumindest symbolisch hinzubekommen, standen alle auf und bewegten sich zur Musik. Taschentuchalarm dann beim Titel „Madonna Blue“ sowie „Die Farben des Lebens“. Letzteren sangen sie eigens für ein Goldenes Hochzeitspaar in der ersten Reihe.

 „Die Schäfer“ sind trotz ihrer deutschlandweiten Erfolge auf dem Boden geblieben. Genau deshalb treten sie seit 30 Jahren stets barfuß auf. „Das machen wir für unsere Bodenhaftung, aber auch, damit uns niemand was in die Schuhe schieben kann“, sagen sie. „Miteinander, füreinander“ ist bei den Schäfern nicht nur ein Liedtitel, sondern Lebenseinstellung. Deshalb haben sie, neben vielen anderen Titeln, stets ein Medley alter Schäferlieder im Programm. „Das waren unsere Anfänge, die wir nie vergessen. Wir sind so dankbar für unseren Weg bis heute“, so die Musiker.

Und dann kochte die Stimmung über. Beim gemeinsamen Sirtakitanzen waren die Emotionen kaum zu überbieten. Und deshalb ließen die Gubener die Schäfer auch nicht ohne Zugabe gehen. „Wir kommen gerne wieder, ihr ward ein tolles Publikum“, bedankten sich die Musiker.

Einige der Besucher bemängelten, dass an einem Nachmittag zwei große Veranstaltungen in Guben stattfanden. Denn in der Alten Färberei spielte zur gleichen Zeit das Brandenburgische Konzertorchester Eberswalde. Sie fragten sich, ob es in Guben nicht möglich ist, so etwas besser zu koordinieren, damit man sich nicht gegenseitig die Besucher wegnimmt. Alle hätten etwas davon, wenn Termine besser abgesprochen werden würden.

Im Gubener Volkshaus geht es am kommenden Sonntag weiter mit dem Muttertagsbrunch. Anmeldungen dafür sind im Volkshaus noch möglich.

Die nächsten Auftritte der „Schäfer“ mit der „Schäferweihnacht“ in der Region sind am 29. November in Lübben (Mehrzweckhalle), am 3. Dezember in Hoyerswerda (Lausitzhalle) und am 12. Dezember in Eisenhüttenstadt (Theater).