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| 01:13 Uhr

Mit Optimismus in die Zukunft

Guben.. Vor 27 Jahren schmiedete Arno Schulz, der damals bei der Gebäudewirtschaft Guben als Installateur tätig war, erste Pläne, sich selbstständig zu machen. Anfangs schien das Vorhaben nur ein Traum zu bleiben. (ja)


Ein regelrechter Kleinkrieg entbrannte zwischen Schulz und dem Rat des Kreises Guben. Man wollte ihm das Gewerbe nicht genehmigen. Es fehlten zwar Kapazitäten im Installationshandwerk, aber die volkswirtschaftliche Bedeutung ließ nicht zu, fachlich versierte Handwerker der Gebäudewirtschaft zu entziehen, hieß es in der Begründung der Ablehnung durch den Rat des Kreises.
Im Juli 1978, nach Eingaben und umfangreichem Schriftverkehr, hatte es Schulz dann doch geschafft: Er konnte seine eigene Installationsfirma an der Berliner Straße 9 eröffnen.
In diesen Tagen feiern er, seine Frau, sein Sohn und seine Mitarbeiter das 25-jährige Jubiläum der Firma. Zurückblickend weiß Schulz, dass es zu DDR-Zeiten nie eine echte Selbstständigkeit war. Der Staat bestimmte den Kundenkreis sowie Preise und Bilanz. Das führte immer wieder zu Problemen. Bei der Materialbeschaffung waren Beziehungen und Einfallsreichtum gefragt.
Vor der Wende beschäftigten Arno Schulz und seine Frau Monika, die sich von Anfang an um die Buchführung kümmerte, ein bis zwei Mitarbeiter. Auch Lehrlinge bildete er aus. Abenteuerlich war, so erinnert sich Arno Schulz, die Beschaffung von Fahrzeugen, Werkzeug oder Material. Doch auch das bekam die kleine Firma immer irgendwie hin, erzählt der 60-Jährige stolz. Ganz besondere Erinnerungen hat er an den Telefonanschluss, den er sich mit einer anderen Firma teilen musste. "Wenn der eine telefonierte, konnte man selbst nicht anrufen. Das war mitunter eine Katastrophe."
Die Wende meisterte die Firma im Vergleich zu anderen Firmen recht leicht, was nicht zuletzt dem großen Nachholbedarf an Installation und Komfort zu danken war. Sohn Steffen hatte sein Ingenieur-Studium beendet und sicherte damit auch die Projektierung und Ausführung von größeren Anlagen.
Doch auch mit den unangenehmen Erscheinungen der neuen Zeitrechnung machte Arno Schulz Bekanntschaft. "Früher bezahlten die Leute die Rechnungen, plötzlich stand es mit der Zahlungsmoral nicht mehr gut."
Seit dem 15. Juli 1994 befindet sich die Firma im Gewerbegebiet Deulowitz. Dort bestand die Möglichkeit, den Kunden eine Ausstellung von Musterbädern anzubieten. Das Angebot der Firma erstreckt sich heute von der Badinstallation über Sanitärinstallateursarbeiten und moderne Heizsysteme bis hin zu Wärmepumpen und den Vertrieb von Flüssiggas.
Arno Schulz und seine Familie blicken optimistisch in die Zukunft. Der Aktionsradius vergrößert sich immer mehr, mittlerweile ist die Firma auch in Frankfurt, Berlin, Leipzig oder Hannover zu finden, weil die Bautätigkeit in der Region um Guben immer weiter nachlässt.
Wenn Arno Schulz einmal in Rente geht, wird Sohn Steffen die Firma übernehmen. Wann das genau ist, darüber will der Firmengründer keine Auskunft geben. "Vielleicht wird das Unternehmen sogar noch in die übernächste Generation übergeben, darüber würde ich mich schon freuen", sagt er.