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| 02:39 Uhr

Mit Kind und Kegel auf Zampertour

Ausgelassen war die Zampertour der Kaltenborner am Samstag. Lange Wege hat das Zampervolk stets zu bestreiten.
Ausgelassen war die Zampertour der Kaltenborner am Samstag. Lange Wege hat das Zampervolk stets zu bestreiten. FOTO: Ute Richter/utr1
Kaltenborn. Über 70 Kaltenborner haben am Samstag in tollen Kostümen den Gubener Stadtteil unsicher gemacht. Nach dem Wiederbeleben der alten Tradition vor zwölf Jahren, als die Zampergesellschaft aus 30 Leuten bestand, hat sich die Zahl der Teilnehmer stetig vergrößert. utr1

Mit Kind und Kegel und kleinen Bollerwagen sind die Kaltenborner von Haus zu Haus gezogen und haben Eier, Speck und Geld für das Eierkuchenessen in zwei Wochen eingesammelt.

Familie Preißner wartete schon ungeduldig auf das Zampervolk. Die Frau des Hauses hatte Quarkspitzen und Würstchen vorbereitet. "Es ist schön zu sehen, wie die Stadtteilbewohner sich auf Initiative des Bürgervereins am Zampern und auch an anderen Veranstaltungen beteiligen", sagte sie.

Eine lange Strecke von acht bis zehn Kilometern legt die Zampergesellschaft zurück. Bezampert werden neben dem eigentlichen Ort auch Straßen und Wege der alten Gemarkung. Die reicht über die Kuckucksaue, die Siedlung an der Kaltenborner Straße bis hin zur Einfahrt zum Sportzentrum. Das kann schon mal bis in den Abend hinein dauern. Mit von der Partie sind beim Umzug traditionell die "Fantastischen Vier" mit ihren Blasinstrumenten. Auf dem Saxofon unterstützt werden sie vom Berliner Musiker Erwin Keppler. Der 65-Jährige war auch schon in Groß Drewitz dabei.

Zu einer Tradition geworden ist, dass auf der Straßenkreuzung mitten im Dorf die Annemarie-Polka getanzt wird. Dann steht für einen Titel lang der Verkehr im Ort still und die Zamperer drehen ihre Tanzrunden, bevor es weiter geht in Richtung Stadt. Damit vor allem die zahlreichen Kinder nicht fußlahm und auch die gesammelten Gaben nicht zu schwer werden, werden die Kaltenborner von einem Traktor begleitet.

In zwei Wochen sehen sich dann alle im Krähenbusch beim Eierkuchenessen sowie beim Fastnachtstanz wieder. Der Bürgerverein ist einst aus der IG Antenne hervorgegangen, die sich zu DDR-Zeiten darum kümmerte, dass die Kaltenborner fernsehen konnten.