Zu den erfolgreichen Jägern gehörte der Jänschwalder Frank Schneider. Ihm trieben die Jagdhelfer eine Hirschkuh, ein so genanntes Alttier, und ein Reh vor die Flinte. Schneider erlegte nach eigenen Angaben zunächst das Reh und etwa eine Stunde später mit einem sauberen Blattschuss das Rotwild.

Dass er zu diesem Jagderfolg kommen würde, habe er anfangs nicht gedacht. "Zunächst flüchtete die Hirschkuh über eine Wiese, kam aber nach längerer Zeit wieder zurück", sagt Frank Schneider, der mit einigen Helfern die Hirschkuh auf der Strecke in der alten Atterwascher Kiesgrube ablegt. Zu der Zeit sind die Jagdhelfer schon eine ganze Weile zurück, stärken sich oder wärmen sich am Lagerfeuer, das an diesem regnerischen Jagdtag nicht so richtig in Gang kommen will. Reichlich Wild hätten sie gesehen, berichten sie. "Vor allem Rehe", sagt Antje Gregor aus Bärenklau. Die junge Frau ist nach eigenen Angaben schon das siebte Mal bei einer Treibjagd dabei.

Spaß an der Treibjagd hatte auch Julia Albinus aus Atterwasch - trotz des Regens. "Ich habe mich verlaufen und musste einen Jäger nach dem Weg fragen", schildert die 19-Jährige schmunzelnd eine Besonderheit ihres Einsatzes als Jagdhelferin.

Auf die Strecke waren alle Jagdhelfer gespannt. Das Warten vertrieben sich die Männer und Frauen in ihren grellen Warnwesten mit Spötteleien. Nach denen wären unter anderem bei regnerischem Wetter alle Tiere drinnen, und die Ausgaben für den Friseur hätten sich als Fehlinvestition erwiesen.

Zu den ersten Waidmännern, die von der Jagd zurückkehrten, gehörte Ronny Laugks aus Bärenklau. Sein Jagdhund, ein Weimaraner, den er selbst zum Schweißhund ausgebildet habe, wäre nicht zum Einsatz gekommen. Laugks sagte, dass es eine schöne ruhige Jagd gewesen sei und alle wieder wohlbehalten zum Schüsseltreiben erschienen wären. Das wäre auch das wichtigste bei einer Jagd, bekräftigt der Schenkendöberner Jagdleiter Olaf Burtchen.

Er sehe, ebenso wie Frank Schneider, die Tradition, die Verständigung der Jäger und das gemeinsame Handeln der Waidmänner als Ziel derartiger Gesellschaftsjagden, an der Gastjäger gerne teilnehmen.