Doch ihr damaliger Lehrer in Steinsdorf, Klaus Ganzleweit, brachte sie auf den Berufsweg. „Ich konnte mich schnell damit anfreunden, Friseurin zu lernen und habe es bis heute nicht bereut“ , sagt die selbstständige Friseurmeisterin. Dieser Tage nahm sie den Silbernen Meisterbrief von der Cottbuser Industrie- und Handwerkskammer in Empfang.
In der damaligen PGH fühlte sie sich wohl. Ihr Engagement als Kreisfachleiterin brachte neue Trends nach Guben. Sie gab erlerntes Wissen an Kolleginnen weiter. Unterstützt wurde sie dabei von der damaligen PGH-Chefin Inge Rösler. Und weil diese ihre PGH-Mitglieder förderte, stand für Roswitha Martin 1978 eine zweijährige Meisterqualifikation an, die sie erfolgreich beendete. Dass sie einmal ihren Beruf selbstständig ausüben und Lehrlinge ausbilden würde, ahnte sie damals noch nicht.
Unmittelbar nach der Wende wagte sie jedoch den Schritt in die Selbstständigkeit und besann sich auf ihre solide handwerkliche Ausbildung.
In fünf Wochen wird es schon 15 Jahre her sein, dass Roswitha Martin in der Kupferhammerstraße einen Friseursalon eröffnete und ihn mit Erfolg führt.
Noch heute, wo alles viel lockerer mit den Meisterbestimmungen gehandhabt wird, lässt Roswitha Martin nichts auf ihre Ausbildung kommen. „Die Meisterqualifikation gehört mit zum Erfolgsrezept für mein Unternehmen“ , ist sie überzeugt.
Mit ihrer Liebe zum Beruf hat sie ihre Kinder angesteckt und es sogar geschafft, dass ihr Sohn Andy (30) sich zum Friseur ausbilden ließ und damit in Guben einer der seltenen männlichen Vertreter dieses Faches ist.
Tochter Jenny schlug ebenfalls die Laufbahn ihrer Mutter ein, weil sie ausgesprochen kontaktfreudig sei und gern mit Menschen umgehe, sagt Jenny. Und dann sprudelt es nur so aus ihr heraus, dass sie sich im Bereich der Kosmetik weiterbildet und so das Dienstleistungsangebot im Geschäft der Mutter erweitern will und dass die Haarverlängerung immer mehr an Bedeutung gewinnt.
Roswitha Martin stimmt ihrer Tochter zu: „Wir müssen unser Dienstleistungsangebot im Interesse unserer Kunden ständig erweitern und neueste Haarpflegeprodukte im Angebot haben. Außerdem stehen für uns die Stammkunden im Mittelpunkt.“ Damit nennt sie ein weiteres Erfolgsrezept ihrer Tätigkeit. Doch ganz vorn steht die Meisterausbildung, die sie auch ihren Kindern ans Herz legt.