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| 18:30 Uhr

Verwirrende Gerüchte - die RUNDSCHAU fragt nach: Gilt die alte Fahrerlaubnis noch?
Mit dem DDR-Führerschein problemlos ins Nachbarland

Spree-Neiße. Alte Papiere sind weiter in der gesamten EU gültig.

Irritationen gibt es in der Spree-Neiße-Region offenbar in Bezug auf die Gültigkeit von DDR-Führerscheinen im Ausland. Klaus Schneider, RUNDSCHAU-Leser aus Guben, wandte sich mit dieser Problematik an die Redaktion, weil er in einem Gespräch erfahren hatte, dass die Führerscheine aus Zeiten der DDR im benachbarten Polen nicht mehr gelten würden, Besitzer eines solchen Papiers also im Nachbarland kein Fahrzeug führen dürften.

„Das ist nicht so“, entgegnet Martin Mielchen. Er muss es wissen, denn Mielchen ist seit wenigen Wochen zuständiger Sachgebietsleiter bei der Führerscheinstelle des Landkreises Spree-Neiße. Geregelt ist die Frage der Gültigkeit in einem Amtsblatt der Europäischen Union. Die erste Fassung stammt bereits aus dem Jahr 1991, die aktuell gültige Version aus dem Jahr 2006. Demnach gilt, dass die Führerscheine in den jeweiligen Mitgliedsstaaten der Europäischen Union gegenseitig anerkannt werden. Dabei sind die der ehemaligen DDR ausdrücklich mit einbezogen.

„Diese Regelung gilt bis zum Jahr 2033“, erklärt Mielchen. „Wer dann noch einen alten bundesdeutschen oder DDR-Führerschein besitzt, muss ihn in einen europäischen umtauschen.“ Diese europäischen Führerscheine haben laut Mielchen den Vorteil, dass sie alle über die gleichen Sicherheitsmerkmale verfügen, anhand der Länderkennung aber auch eindeutig das Herkunftsland des Fahrers preisgeben. Für Deutschland ist diese Länderkennung schlicht ein D.

Das Amtsblatt, das die Führerscheinfragen in der Europäischen Union regelt, umfasst übrigens allein in der deutschen Fassung 43 Seiten.