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| 15:27 Uhr

Investition
Mit Biwakplatz Touristen locken

Touren auf der Neiße mit dem Kanu oder Kajak werden immer beliebter. Um vom Wassertourismus mehr zu profitieren, will Guben seine Neißeterrassen mit einem Biwakplatz und Wohnmobil-Standorten aufwerten.
Touren auf der Neiße mit dem Kanu oder Kajak werden immer beliebter. Um vom Wassertourismus mehr zu profitieren, will Guben seine Neißeterrassen mit einem Biwakplatz und Wohnmobil-Standorten aufwerten. FOTO: Michèle-Cathrin Zeidler
Guben. Die Stadt Guben will ihre Neißeterrassen über Leader-Fördermittel aufwerten. Von Michèle-Cathrin Zeidler

Wassertouristen auf der Neiße werden in Guben beim Ausstieg an den Neißeterrassen in letzter Zeit gerne von leeren Bierflaschen, Glasscherben und Zigarettenstummel auf dem Boden empfangen. Graffiti zieren die Stufen. „Die Neißeterrassen sind ein Brennpunkt in der Stadt“, bestätigt Baufachbereichsleiter Sven Rogosky. Von Montag bis Samstag werde auf dem Areal täglich Müll gesammelt. „Wir haben sogar schon einmal 20 Pizzakartons gefunden“, verrät Rogosky. „Der Platz wird gerne von Jugendlichen zu Treffen und Alkohol trinken genutzt. Es wird viel polnisch gesprochen.“

Doch es soll besser werden: Die Stadt will die Neißeterrassen als Aufenthaltsraum für Touristen und Gäste aufwerten. Darauf haben sich die Stadtverordneten in ihrer Sitzung am Mittwoch einstimmig geeinigt. „Geplant sind zwei Stellplätze für Wohnmobile, ein Biwakplatz, Sitzmöglichkeiten, eine Ecke für ein Lagerfeuer und Kanusicherungen“, erklärt der Baufachbereichsleiter. Für alle Nicht-Camper: Ein Biwakplatz ist ein gemütlicher Rastplatz. Hier können Touristen mit Ihrem Zelt eine Nacht verbringen, wenn sie nichtmotorisiert unterwegs sind. „Neue sanitäre Anlagen werden nicht benötigt, da die vorhandene Infrastruktur auf dem Kirchplatz genutzt werden kann“, erklärt Rogosky. Die ganze Idee sei aus der erfolgreichen Teilnahme von Guben, Cottbus und Forst am Stadt-Umland-Wettbewerb entstanden. Ziel dieser Aufwertung ist die Vernetzung touristischer Angebote sowie die Entwicklung des Wasserwanderns und des Fahrradtourismus in Guben. Dafür will die Stadt Leader-Fördermittel in Höhe von 90 000 Euro beantragen. Der Eigenanteil liegt bei 30 000 Euro. „Die Antragsfrist endet am 30. November“, so Rogosky. Sollte der Antrag bewilligt werden, rechnet er 2019/2020 mit einer Realisierung.

Bierflaschen und Zigarettenkippen: Aktuell sind die Neißeterrassen in der Stadt eher ein Problembereich als ein Touristenmagnet.
Bierflaschen und Zigarettenkippen: Aktuell sind die Neißeterrassen in der Stadt eher ein Problembereich als ein Touristenmagnet. FOTO: Michèle-Cathrin Zeidler

„Aktuell sind die Neißeterrassen ein wenig verwaist“, findet auch Kerstin Geilich, Geschäftsführerin beim Marketing- und Tourismusverein (Mut). „Ich finde diesen Entschluss sinnvoll und wichtig. Die Entwicklung des Wassersports hat Potenzial.“ Die Touristinformation erhalte regelmäßig entsprechende Anfragen. Bisher fehle in Guben allerdings ein Platz, auf dem Wasserwanderer für eine Übernachtung unkompliziert ihr Zelt aufschlagen können. „Dafür ist ein Biwakplatz an der Neiße optimal“, erklärt Kerstin Geilich. Den Schließfächern für die Kanus spricht sie dabei einen besonders hohen Stellenwert zu, denn so könnten die Gäste ihre Sachen unbeobachtet zurücklassen. „Auf diese Weise kommen die Besucher in die Stadt und nutzen weitere Angebote“, betont Geilich. Und das sei schließlich das Ziel beim Tourismus: „Sie gehen essen, kaufen eine Kleinigkeit ein oder nehmen an einer Veranstaltung teil. Am Ende wollen wir von ihnen nur ihr Bestes – ihr Geld“, schmunzelt die Geschäftsführerin.