Von Thomas Engelhardt

Er stellt eine echte körperliche Herausforderung für die Teilnehmer dar und findet in diesem Jahr bereits zum 24. Mal statt: der Oderlandmarsch. Und auch wenn die Ursprünge des Wettkampfes, wie der Name verrät, an der Oder liegen, ist er inzwischen etwas weiter südlich, an der Neiße, zu Hause: Schon seit 2015 sind Guben und Gubin Austragungsorte der Veranstaltung. Bei der diesjährigen Auflage nun, die am Samstag über die Bühne geht, bleibt der Marsch sogar ausschließlich auf dem Territorium der Doppelstadt.

Veranstaltet wird der Oderlandmarsch vom Landeskommando Brandenburg der Bundeswehr und seinem polnischen Partnerkommando, dem Wojewodschaftsmilitärstab Zielona Gora, sowie dem Landesverband der Reservisten der Bundeswehr. Beide Seiten sehen in ihm einen Höhepunkt der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit.

400 Teilnehmer beim Oderlandmarsch in Guben und Gubin

Die Organisatoren gehen von etwa 400 Teilnehmern aus, die sich am Samstag um 10 Uhr vor dem Gubener Rathaus versammeln werden und dort unter anderem vom Kommandeur des Landeskommandos, Oberst Olaf Detlefsen, und Gubens Bürgermeister Fred Mahro (CDU) begrüßt werden.

Unter den Startern werden neben Soldaten der Bundeswehr auch Vertreter von Streitkräften aus Polen, Litauen und Tschechien sein. Dazu haben sich Teams von Polizei und anderen „Blaulicht“-Organisationen sowie Vereinsmannschaften und zahlreiche Einzelstarter angemeldet.

Darum findet der Oderlandmarsch in Guben und Gubin statt

Dass die Organisatoren gern nach Guben und Gubin kommen, hat mehrere Gründe. „Zum einen haben wir hier eine tolle Partnerschaft mit den Stadtverwaltungen von Guben und Gubin und liegt alles dicht beieinander“, sagt Major Uwe Teubner, der beim Landeskommando für das Projekt Oderlandmarsch zuständig ist. „Zudem ist die Neiße schmaler als die Oder und somit leichter für die Teilnehmer zu überqueren.“ Der vielleicht wichtigste Aspekt sei die positive Einstellung, die unter der Bevölkerung zum Marsch und zur Bundeswehr an sich zu spüren sei.

Der eigentliche Startschuss fällt am Sonnabend um 11 Uhr. Auf die Wettkämpfer wartet dann ein mehr als zehn Kilometer langer Marsch durch Guben und Gubin, bei dem von den Teilnehmern verschiedene Aufgabe zu meistern sind.

Das erwartet die Teilnehmer des Oderlandmarschs

Unmittelbar nach dem Start am Rathaus sind Schwebebalken und Eskaladierwand zu bewältigen. Über die Neißebrücke geht es anschließend nach Polen, wo unter anderem das Schießen mit dem Lasergewehr und ein Verwundetentransport auf die Teams warten. In Höhe der Schützenhausinsel ist erstmals die Neiße zu überqueren.

Der weitere Weg führt am Plastinarium, dem Bahnhof und der Rettungswache vorbei. Dabei sind unter das Werfen eines Rettungsringes und ein Tunnelsystem zu meistern. In Höhe der Gubiner Straße muss ein zweites Mal die Neiße überquert werden, ehe die Teilnehmer an der ehemaligen Stadt- und Hauptkirche das Ziel erreichen. Dort findet gegen 17 Uhr auch die Siegerehrung statt.

Oderlandmarsch ohne Radstrecke

Eine wichtige Änderung zu den vergangenen Jahren ist noch, dass es keine Radstrecke mehr gibt. „Dafür war einfach der Bedarf in den letzten Jahren zu gering“, erklärt Major Teubner.

Etwas anderes hingegen soll auch in Zukunft Bestand haben: der Name der Veranstaltung. „Es ist in erster Linie der Wunsch der polnischen Seite, den traditionellen Namen Oderlandmarsch beizubehalten“, sagt Teubner.

Und so wird der Wettkampf auch im kommenden Jahr unter diesem Namen stattfinden – und mit der 25. Auflage ein Jubiläum begehen. Dass dies passieren wird, da ist sich Teubner sicher: „Definitiv.“