"Vorher habe ich meine Mitschüler gar nicht richtig verstanden", erklärt beispielsweise Alexander. Der Achtklässler ist hörgeschädigt. Sein Hörgerät konnte den Schall nicht richtig aufnehmen. "Jetzt kommen die Töne viel besser an ", zeigt er sich zufrieden. Auch Sonderpädagogin Constanze Schwarzer ist begeistert. "Die hörgeschädigten Schüler können sich besser auf den Unterrichtsstoff konzentrieren", begründet sie. Seit dem Einbau der Akustikdecken und -wände habe sich der Störschall, der unter anderem durch Stuhlgeräusche verursacht wird, deutlich reduziert.

"Die Schallwände verringern den Lärmpegel für alle Schüler und Lehrer", betont Schulleiterin Berit Kreisig. Ausgelöst wurde die Lärmdiskussion an der Europaschule zwar durch zwei hörbehinderte Schüler. Doch bei einer Lärmmessung im vergangenen Dezember wurde schnell festgestellt, dass die Nachhallzeit für alle weit über der DIN-Norm liegt.

In den vergangenen Sommerferien bekamen nun die ersten drei Klassenzimmer Akustikdecken und Dämmelemente im oberen Wandbereich. Die restlichen 21 Räume sollten den Planungen der Stadt zufolge im kommenden Jahr nachgerüstet werden.

Doch nun geht es schon in den bevorstehenden Oktoberferien weiter: Der zweite Bauabschnitt umfasst vier weitere Räume. "Die bereitgestellten finanziellen Mittel waren noch nicht ausgeschöpft", begründet Stefan Müller, Fachbereichsleiter Schulen, Jugend, Sport und Soziales im Rathaus. "Wir hatten den Auftrag, zügig weiterzumachen", betont auch Dietmar Bartusch vom zuständigen Fachbereich Bau- und Instandhaltungsmanagement. Das geschehe nun. Bei der Planung und Ausführung setzte man wieder auf dieselben ortsansässigen Unternehmen. "Diese können jetzt von ihren Erfahrungen profitieren", so Bartusch. Deshalb halte er den geplanten Zeitraum von zwei Wochen für den zweiten Bauabschnitt auch für realisierbar.

Für den Lärmschutz an der Europaschule hat die Stadt in diesem Jahr 40 000 Euro im Haushalt eingestellt. Ausgegeben wurden im Sommer allerdings nur 20 000 Euro. Für die Gesamtmaßnahme wird mit Kosten in Höhe von 240 000 Euro gerechnet. Diese muss die Stadt Guben als Schulträger komplett tragen. Fördermittel gibt es keine.