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| 02:49 Uhr

Mehr Autoklau und Einbrüche

Einbrecher dringt in ein Haus ein.
Einbrecher dringt in ein Haus ein. FOTO: © Gina Sanders - Fotolia.com
Guben/Forst. 19 618 Straftaten hat das brandenburgische Innenministerium 2016 in den Grenzgemeinden des Landes registriert. Eine erfreuliche Zahl im Vergleich zum Vorjahr – 2015 waren es 19 884, also 266 mehr. Daniel Schauff

Die deutsch-polnische Grenze wird in Brandenburg also sicherer - von Jahr zu Jahr verringert sich laut der Statistik des Innenministeriums die Gesamtzahl der Straftaten in allen Grenzgemeinden.

Allerdings zeichnet ein Blick auf die Zahlen für die beiden Grenz-Zentren in Spree-Neiße, Guben und Forst, ein anderes Bild. In beiden Städten ist die Zahl der Gesamtstraftaten im vergangenen Jahr gestiegen - in Guben von 1698 auf 1818, in Forst von 2515 auf 2825. Damit ist in Guben jeder Zehnte bereits Opfer einer Straftat geworden, in Forst sogar jeder Siebte. Zum Vergleich: In Frankfurt (Oder) wurde theoretisch jeder Neunte Opfer einer Straftat.

Dramatisch gestiegen sind vor allem die Wohnungseinbrüche in Guben - die Zahl der registrierten Einbrüche in Häuser und Wohnungen erhöhte sich in der Neißestadt um mehr als 100 Prozent - von 13 auf 29. In allen anderen vom Innenministerium gelisteten Grenzgemeinden (Forst, Eisenhüttenstadt, Frankfurt und Schwedt) gab es 2016 entweder ähnlich viele Einbrüche wie im Jahr zuvor oder sogar weniger - in Schwedt (Uckermark) sank die Zahl der Einbrüche sogar deutlich von 42 auf 32.

Auch die Zahl der Diebstähle von Autos ist in Guben deutlich gestiegen - registrierte das Innenministerium 2015 noch 30 Fälle, zählte es für das Jahr 2016 mit 62 Fällen mehr als doppelt so viele. Das gleiche Bild zeigt sich in Forst. Dort wurden 2015 insgesamt 14 Autos gestohlen, 2016 waren es 32. In Schwedt blieb die Zahl mit 60 nahezu konstant zum Vorjahr, in Frankfurt steig die Zahl von 129 auf 164 (27 Prozent), in Eisenhüttenstadt sank sie deutlich von 60 auf 45 (33 Prozent).

Weniger deutlich gestiegen sind in Guben die Zahlen zu Diebstahldelikten im Allgemeinen - 942 Fälle sind in Guben im Jahr 2016 gezählt worden und damit nur 16 mehr als im Jahr zuvor. In Forst hingegen ist die Gesamtzahl der Diebstähle weitaus deutlicher gestiegen - um 26 Prozent von 1393 auf 1755.

26 Gemeinden zählt das brandenburgische Innenministerium zum Grenzgebiet - im Schnitt wurden dort 2016 1,3 Prozent weniger Straftaten verübt als im Jahr zuvor. Im Vergleich zu 2007, als die Grenzen zwischen Polen und Deutschland geöffnet wurden, hat sich die Zahl der Delikte um rund ein Drittel verringert.

Die Zahlen aus Guben und Forst zeigen, dass nicht alle Grenzgemeinden die positive Entwicklung mitmachen. In den vergangenen fünf Jahren gab es in Guben nur 2013 und 2014 mehr Straftaten als im vergangenen Jahr, in Forst nur im Jahr 2014.

Zurückgegangen sind laut Ministerium im ganzen Grenzgebiet vor allem Fälle von Ladendiebstahl (20 Prozent weniger als 2015), Betrug (19 Prozent weniger als 2015) und Rauschgiftdelikten (30 Prozent weniger als 2015). Gestiegen sind hingegen in allen Grenzgemeinden die Fallzahlen im Bereich Körperverletzung (16 Prozent mehr als 2015), des Autodiebstahls (32 Prozent mehr als 2015) und des unerlaubten Aufenthalts nach dem Aufenthaltsgesetz (34 Prozent mehr als 2015).

Zum Thema:
8,6 Prozent der Brandenburger leben in den 24 Gemeinden, die das Innenministerium als Grenzgemeinden listet. Trotzdem werden in dem Gebiet 10,6 Prozent der Straftaten in Brandenburg verübt. Die Kriminalitätshäufigkeit, also die Zahl der Delikte pro 100 000 Einwohner lag 2016 bei 9563. Der Landesschnitt liegt laut Innenministerium bei 7479.Aufgeklärt wurden laut Innenministerium entlang der Grenze 54,7 Prozent aller Straftaten - 2015 waren es 57,3 Prozent. In ganz Brandenburg wurden 2016 53 Prozent aufgeklärt.