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| 01:05 Uhr

Machtwechsel in Jänschwalde

Amt Jänschwalde.. Für Werner Petrick ist heute faktisch der letzte Arbeitstag. Der Direktor des Amtes Jänschwalde geht in den Ruhestand. Sein Nachfolger wird aber nicht etwa durch den Amtsausschuss bestimmt, wie eigentlich üblich, sondern von höherer Stelle – durch das Potsdamer Innenministerium. Von Thomas Engelhardt

Werner Petrick nimmt Abschied.Acht Jahre lang hat Werner Petrick die Geschicke des kleinsten Brandenburger Amtes geleitet. Nun nimmt er Abschied. Offiziell ist der morgige Sonnabend, der 25. Januar, sein letzter Diensttag. Dann ist seine achtjährige Amtsperiode abgelaufen.
Doch schon in den vergangenen Wochen lief die „Abschiedstournee“ des Amtsdirektors. Eine der letzten Stationen war die Jänschwalder Gemeinderatssitzung in dieser Woche. Für Werner Petrick selbst gab es Blumen, für die Gemeindevertreter spendierte der scheidende Amtsdirektor einen kleinen Imbiss.
Werner Petrick also geht. Und sein Nachfolger steht auch schon fest. Allerdings fiel die Entscheidung anders, als es sich die Jänschwalder, Grießener und Drewitzer gewünscht hätten. Denn nicht sie selbst hatten in dieser Angelegenheit das letzte Wort, sondern das Potsdamer Innenministerium.
Zwar hatte es ursprünglich eine Ausschreibung gegeben, doch das Schönbohm-Ministerium schritt schon bald ein. Offenbar bereits im Dezember schickte es einen Bescheid, der ein so genanntes Ernennungsverbot mit Genehmigungsvorbehalt enthielt. Das bedeutet: Für das Amt darf kein neuer Direktor berufen werden - selbst wenn einer gewählt worden wäre.
Die Begründung für dieses rigorose Einschreiten aus Potsdam ist in den Plänen der Landesregierung in puncto Gemeindegebietsreform zu suchen. In der Landeshauptstadt geht man nämlich nach wie vor davon aus, dass das Amt Jänschwalde im Zuge der Reform aufhört zu existieren und dem Amt Peitz zugeschlagen wird.
Ob das so kommt, ist noch nicht endgültig klar. Die ordentliche Bestellung eines neuen Amtsdirektors will Potsdam aber auf keinen Fall mehr zulassen, weil dies auch rechtliche Konsequenzen nach einer möglichen Auflösung des Amtes Jänschwalde hätte.
Die Amtsgeschäfte müssen aber weitergeführt werden, denn noch existiert das Amt ja - und das mindestens bis zur nächsten Kommunalwahl, die im Herbst stattfinden soll, deren genauer Termin aber genau wegen des noch nicht beschlossenen Gesetzes zur Gebietsreform noch nicht feststeht. Also muss jemand für Werner Petrick in die Bresche springen, und auch dafür gibt es klare gesetzliche Vorgaben: Der Stellvertreter ist jetzt gefragt. Und das ist im Fall des Amtes Jänschwalde der Hornoer Klaus Richter. Er wird die Leitung ab nächster Woche übernehmen.
Ein Türchen bleibt aber offen, und das versteckt sich hinter dem bürokratischen Wortungetüm „Genehmigungsvorbehalt“ . Sollte das Amt Jänschwalde nämlich doch noch nach der Reform eine eigenständige Zukunft haben, wäre das Ernennungsverbot hinfällig. Das wäre nur eine von vielen Folgen, sollten die Jänschwalder im Zuge eines Verfahrens Recht bekommen.