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| 18:04 Uhr

Im Hintergrund immer noch aktov
Lübbinchens Ortsvorsteherin  geht in „Ruhestand“

 Gisela Kieschke (Mitte/weiße Jacke) geht nach 20 Jahren Ortsvorstehertätigkeit in „Ruhestand“. Auf ihre engsten Mitsreiter konnte sie sich immer verlassen.
Gisela Kieschke (Mitte/weiße Jacke) geht nach 20 Jahren Ortsvorstehertätigkeit in „Ruhestand“. Auf ihre engsten Mitsreiter konnte sie sich immer verlassen. FOTO: Ute Richter
Lübbinchen. Gisela Kischke wird am Dienstag 80 Jahre alt. Was als Versuch startete, hielt zwei Jahrzehnte.

 „Es war eine schöne Zeit mit Höhen und Tiefen“, sagt Gisela Kieschke. 20 Jahre war sie Orstvorsteherin in Lübbinchen; 170 Einwohner, Altersdurchschnitt 54 Jahre. Im Jahr 2003 hatte sie den Posten des Ortsvorstehers von Petra Resag übernommen. „Damals dachte ich: Versuchst du es mal.“ Daraus sind 20 Jahre geworden.

„Ich konnte zu jedem im Dorf gehen und um Hilfe bitten. Ich stieß immer auf offene Ohren, wenn es um die Belange im Dorf ging“, erzählt Gisela Kieschke in ihrer ruhigen, bescheidenden Art. Zu DDR-Zeiten hatte die heute 80-Jährige in der LPG als Schichtleiter gearbeitet und sich um die Ausbildung der Lehrlinge gekümmert. Als Rentnerin wurde sie Ortsvorsteherin. „Wir mussten uns oft selbst helfen, deshalb war damals wie auch heute noch die Hilfe aus dem Dorf elementar.“

Der finanzielle Druck wurde mit den Jahren größer. „Nicht alle Wünsche konnte uns die Gemeindeverwaltung in Schenkendöbern erfüllen. Aber was ging, machten sie“, sagt Gisela Kieschke. So wurde der Gemeinderaum, der  alte Konsum, umgebaut. Ihre letzte Amtshandlung als Ortsvorsteherin war es,  das Pflastern des Friedhofseinganges zu organisieren.

Als ein großes Glück beschrieb sie den Kauf des ehemaligen Schlosses in Lübbinchen durch die Familie Staudinger 1994. „Wir können das Schloss kostenfrei  nutzen, was ein großes Vertrauen Staudingers zu uns bedeutet“, so die scheidende Ortsvorsteherin. Auch der Gutshof selbst wird für Feierlichkeiten im Ort wie das jährliche Dorffest genutzt.

Aber auch auf die Unterstützung von Karl-Heinz Freitag von der Lübbinchener Milch und Mast GbR konnte sich die ehemalige Ortsvorsteherin immer verlassen. „Wenn es ein Problem gab, konnte ich immer zu ihm kommen. Karl-Heinz Freitag hat stets unkompliziert geholfen.“

Doch zur Ruhe setzen will sie sich  trotz gesundheitlicher Einschränkungen nicht. Sie will sich weiter um die Seniorenarbeit in Lübbinchen kümmern, den jährlichen deutsch-polnischen Seniorennachmittag mit der polnischen Partnergemeinde Swarzynice organisieren und an Besuchen auf polnischer Seite teilnehmen.

Gefeiert wird mit einem kleinen Empfang im Lübbinchener Gemeindehaus. Dann wird sich Gisela Kieschke auch ganz bei Menschen bedanken, die sie die 20 Jahre über unterstützt haben. So wie bei Sigrid Hufnagel und Regina Bando, die sie überall hinfuhren, weil Gisela Kieschke selbst kein Auto fährt. Ein Dank wird ganz sicher auch an die Gemeindeverwaltung in Schenkendöbern gehen, „die immer versucht haben, alles möglich zu machen“. Aber auch allen Lübbinchenern dankt die Jubilarin für ihre stete Bereitschaft, sich für das Gemeinwohl im Ort einzusetzen.

Ebenfalls nach 20 Jahren ehrenamtlicher Tätigkeit als Ortsvorsteher geht Wilfried Buder in Groß Gastrose ein „Ruhestand“.

In Krayne hat Jürgen Bursch ebenfalls schon 20 Jahre Ortsvorstehertätigkeit auf dem Buckel. Der heute 59-Jährige wurde als Ortsvorstandsvorsitzender wieder gewählt.